Feuerwehrschläuche und Robotaxis

Ein Video, wie zwei Robotaxis und mehrere von Menschen gesteuerte Autos in San Francisco eine von der Feuerwehr wegen eines Wohnungsbrandes gesicherte Stelle behandeln, macht momentan die Runde. Im Video ist zu erkennen, wie ein Cruise gefolgt von einem Waymo vor einem auf der Straße liegenden Feuerwehrschlauch stoppen. Während das Cruise mit eingeschalteter Warnblinkanlage stehen bleibt, fahren die menschlichen Fahrer über den Schlauch. Auch das Waymo überholt das stehende Cruise und überfährt den Schlauch.

Die Diskussion dreht sich nun um die Frage, wer richtig und falsch reagiert. Darf man über einen Feuerwehrschlauch fahren und ist es egal ob er mit Wasser gefüllt ist oder, wie im Video zu sehen nicht? Auch wenn die Kommentare des Anrainers, der das Video aufgenommen hat, wie auch einige Kommentare im Twitter-Feed es vermuten lassen, dass das Cruise hier hängengeblieben ist, den Verkehr blockiert und somit falsch reagiert, so sagt der California Vehicle Code 21708 eindeutig folgendes:

Niemand darf ein Fahrzeug oder einen Transport auf, über oder durch einen Feuerwehrschlauch oder einen chemischen Schlauch, der von einer organisierten Feuerwehr oder unter deren Aufsicht und Kontrolle verwendet wird, fahren oder ihn in irgendeiner Weise beschädigen. Jedes Fahrzeug darf jedoch einen Schlauch überqueren, sofern geeignete Überbrückungen oder andere Vorrichtungen zum Schutz des Schlauchs installiert sind.

CVC 21708

Das Cruise Robotaxi war das einzige Fahrzeug, das hier richtig und vorschriftsmäßig reagiert hat. Sowohl das Waymo Robotaxi wie auch die menschlichen Fahrer verstoßen gegen das Gesetz. Was das Cruise noch lernen muss, ist in so einer Situation umzudrehen und eine alternative Route zu finden. Wer aber sehen will, wie wichtig es ist, endlich autonome Autos auf die Straßen zu bringen und Menschen das Steuer aus der Hand zu nehmen, der findet hier ein gutes Beispiel. Ausnahmslos alle menschlichen Fahrer haben gegen das Gesetz verstoßen und womöglich Menschenleben gefährdet.

Dieser Beitrag ist auch auch Englisch erschienen

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