Waymo bereits sich für die Expansion vor. Nichts anderes bedeutet die letzte Runde an frischem Kapital, das die Alphabet-Tochter und Google-Schwester Waymo diese Woche eingehoben hat. Insgesamt 5,6 Milliarden Dollar (5,2 Milliarden Euro) konnte das Selbstfahrtechnologieunternehmen neben der Mutter Alphabet selbst von Andreessen Horowitz, Fidelity, Perry Creek, Silver Lake, Tiger Global und T. Rowe Price in einer überzeichneten Runde einstreichen.
Bislang betreibt Waymo einen Robotaxidienst in San Francisco, Phoenix und Los Angeles. In Austin und Atlanta gibt es eine Partnerschaft mit Uber, über die Waymo-Robotaxis angefordert werden können. Mit diesem frischen Kapital wird das Unternehmen, das im September verkündete, pro Woche bereits 100.000 bezahlte, fahrerlose Fahrten durchzuführen, nun in weitere Städte und Regionen expandieren.
Waymos Künstliche Intelligenz
Srikanth Thirumalai, Vizepräsident für Onboard Engineering bei Waymo, wiederum saß dem Fortune Magazin Rede und Antwort und gab einige Details zum verwendeten Neuronalen Netz bekannt.
Waymo hat ein umfangreiches KI-Modell namens Waymo Foundation Model entwickelt, das die Fähigkeit des Fahrzeugs unterstützt, seine Umgebung wahrzunehmen, das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer vorherzusagen, Szenarien zu simulieren und Fahrentscheidungen zu treffen. Dieses umfangreiche Modell funktioniert ähnlich wie große Sprachmodelle (LLMs) wie ChatGPT, die auf riesigen Datensätzen trainiert werden, um Muster zu lernen und Vorhersagen zu treffen. So wie Unternehmen wie OpenAI und Google neuere multimodale Modelle entwickelt haben, um verschiedene Datentypen zu kombinieren (z. B. Text sowie Bilder, Audio oder Video), integriert die KI von Waymo Sensordaten aus verschiedenen Quellen, um ihre Umgebung zu verstehen.
Das Waymo Foundation Model ist ein einziges, riesiges Modell, aber wenn ein Fahrer in einen Waymo einsteigt, arbeitet das Auto mit einem kleineren, eingebauten Modell, das aus dem viel größeren Modell „destilliert“ wird – weil es kompakt genug sein muss, um mit der Energie des Autos zu laufen. Das große Modell wird als „Lehrermodell“ verwendet, um sein Wissen und seine Leistung an kleinere „Schülermodelle“ weiterzugeben – ein Verfahren, das im Bereich der generativen KI weit verbreitet ist. Die kleinen Modelle werden im Hinblick auf Geschwindigkeit und Effizienz optimiert und laufen in Echtzeit auf jedem Fahrzeug, wobei die kritischen Entscheidungsfähigkeiten, die zum Fahren des Fahrzeugs erforderlich sind, erhalten bleiben.
Auf diese Weise werden Wahrnehmungs- und Verhaltensaufgaben wie die Wahrnehmung von Objekten, die Vorhersage der Handlungen anderer Verkehrsteilnehmer und die Planung der nächsten Schritte des Fahrzeugs in Echtzeit im Fahrzeug ausgeführt. Das viel größere Modell kann auch realistische Fahrumgebungen simulieren, um seine Entscheidungen virtuell zu testen und zu validieren, bevor es in den Waymo-Fahrzeugen eingesetzt wird. Das On-Board-Modell bedeutet auch, dass die Waymos nicht auf eine ständige drahtlose Internetverbindung angewiesen sind, um zu funktionieren – wenn die Verbindung vorübergehend abbricht, bleibt der Waymo nicht in seinen Spuren stehen.
Auch ist gerüchteweise bekannt geworden, dass Waymo um die vier NVIDIA H100 GPUS zu einem Stückpreis von 10.000 Dollar pro Fahrzeug einsetzen soll, um die benötigten Rechenanforderungen abzudecken. Mit der Anzahl an Sensoren – fünf Lidars, 29 Kameras, 4 Radar – kämen weitere 40.000 bis 50.000 Dollar hinzu. Damit lägen die Kosten für ein aktuelles Waymo-Robotaxi bei um die 150.000 Dollar (um die 139.000 Euro)
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Geely/Zeekr
Waymos chinesischer Parter Geely/Zeekr wiederum stellte mehr Details seines Zeekr Mix vor, der als Fahrzeugplattform für die nächste Generation an Waymos Robotaxis vorgesehen ist. Mit einem Radstand von 3.008 Millimetern und trotz einer Länge von 4,7 Metern ist der Mix sehr wendig und hat einen Wenderadius von nur fünf Metern. Es gibt zwei Varianten mit einer Reichweite von 550 bzw. 702 Kilometern, die mit den preisgünstigen eisenbasierten Batterien von Zeekr bzw. den energieintensiveren Batterien von CATL betrieben werden. Der fünfsitzige Van bietet zudem eine 1,5 Meter breite Öffnungsfläche und eine Fahrzeugbodenhöhe von 390 Millimetern für die Fahrgäste. Mit der beweglichen Mittelkonsole können Kinder spielen oder Familien gemeinsam auf einer Fläche von 1,5 Quadratmetern im Innenraum essen.
Trotzdem ist die Partnerschaft etwas ungewiss, da die USA Strafzölle auf Importe von chinesischen Herstellern erlassen hat. Deshalb kommt auch der Ankündigung einer Partnerschaft mit Hyundai als Lieferant von Robotaxiplattformen für Waymo einige Bedeutung zu.
Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

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