Der wirtschaftliche Einfluss von Robotaxis auf Ridesharing

Mit der steigenden Anzahl an Robotaxis und deren Ausdehnung in mehr und mehr Städte, kommt die Frage auf, inwiefern diese von Menschen gesteuerte Alternativen wie Taxis und Ridesharingunternehmen beeinflussen. Diese Frage wird im 2026 AV Impact Report von Gridwise Analytics behandelt.

Die Ergebnisse sind diesem Report zufolge wenig überraschend. Robotaxis haben einen Einfluss auf Ridesharing, und für die Uber- oder Lyft-Fahrer sind das keine guten Nachrichten. So fanden die Analysten, dass sowohl die Anzahl der Fahrten schrumpfte, wie auch die durchschnittliche Fahrdauer und damit auch das Einkommen, und das in jenen Städten und Regionen, in denen Robotaxis aktiv sind.

Anzahl Ridesharing-Fahrten pro Stunde in Städten mit und ohne Robotaxis (C) Gridwise Analytics

Dieser Fahrdauer sinkt dabei in Städten mit Robotaxis stärker, als in Städten ohne. Während landesweit die Stundenlöhne (ohne Trinkgeld) im Ridesharing für die Fahrer gestiegen sind, sind sie in Los Angeles, Phönix und San Francisco mit aktiven Robotaxiflotten gesunken.

Anmerkung: die folgende Graphik widerspiegelt das allerdings nicht. Ich frage mich, ob da nicht eine kreative Interpretation zugunsten einer Seite vorliegt.

Stundenlöhne in Los Angeles, Phönix und San Francisco (C) Gridwise Analytics

Wie auch immer: der Trend ist ganz klar. Der Anteil an Robotaxifahrten steigt und wird gemaß Gridwise Analytics 2041 Ridesharingfahrten überholen.

Projizierte Anteile an Riseharing- und Robotaxifahrten bis 2050 (C) Gridwise Analytics

Interessant ist, dass dieser Bericht offenbar im Widerspruch zu den Aussagen von Lyft-CEO John David Risher steht, der in einer Aktionärsversammlung im zweiten Quartal 2025 erklärte, dass Lyft gerade in den Ballungsräumen, in denen Robotaxis aktiv sind, einen stärkeren Anstieg der Fahrten und Einnahmen verzeichnete.

Der ganze 2026 AV Impact Report kann auf der Website von Gridwise Analytics heruntergeladen werden.

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

3 Kommentare

  1. Hallo Mario.

    „Median tasks completed by work hour“ ist eine sehr seltsame Metrik für dieses Geschäft.

    Uber ist im letzten Quartal YoY 22% gewachsen bei den Trips, 22% bei Gross Bookings, 20% bei Revenue, und beim Gewinn noch stärker.

    Dazu sagt das Unternehmen, dass das Wachstum in Städten in denen Waymo aktiv ist, höher ist als in (US-)Städten ohne Waymo. (Natürlich muss man auch diesen Vergleich mit Vorsicht genießen, denn dies ist nicht der einzige Einflussfaktor.)

    Grüße

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