Tesla FSD Testberichte aus Deutschland VERSUS Patzige Reaktionen des Handelsblatt

Schon Ende 2025 berichteten deutsche Mobility-Influencern und -Interessierte über ihre ersten Erfahrungen mit der Tesla Full Self Driving-Software, die sie mit Fahrten durch deutsche Städte selbst miterleben durften. Die Reaktionen waren einerseits Schock, andererseits Begeisterung. Viele gaben zu, dass sie zwar online FSD-Videos bereits gesehen hatten und wie diese in den USA funktioniert, doch die Skepsis blieb. Es war schwer zu glauben, dass diese auch in Deutschland mit ganz anderen Straßenverhältnissen funktionieren würde. Doch Videos sind eine Sache, die FSD mit dem eigenen Popo sprichwörtlich zu erfahren eine ganz andere. Und die Begeisterung war spürbar, wie auch der Mindset-Shift. Wir wurden jahrelang angelogen, dass es nie klappen würde und Experten alle möglichen Gründe angeführt hatten, warum das nie etwas werden könne. Ich selbst habe dazu über die Jahre mehrere Analysen veröffentlicht.

Die Erfahrungen mit der FSD reißen mittlerweile nicht ab. Aus Frankfurt, Düsseldort, München und auch anderen europäischen Städten kommen erstaunte Berichte zu den Fähigkeiten der Software. Alle diese Fahrten fanden mit einem Sicherheitsfahrer statt, der nach wie vor die volle Aufsicht – „Supervision“- über das Fahrzeug hatte. Doch fahrten von einer halben Stunde bis zu einer Stunde durch enge Straßen und dichtem Verkehr mit Fußgänger, die die FSD souverän meistert, geben einen guten Einblicke und schaffen vertrauen.

Die Kernaussage: ja, das ist gut, und es ist hoch wahrscheinlich, dass das kommen wird. Kein Zweifel.

Hier sind mal einige der Berichte, die ich wahllos aus Linkedin-Posts gewählt habe:

Die Liste könnte beliebig fortgesetzt werden.

Wie reagiert eine deutsche Tageszeitung, die sich selbst des wohl besten deutschen KI-Teams in der deutschden Medienlandschaft brüstet? Sie sind patzig, reagieren negativ, und glauben nicht daran. So sah die Schlagzeile des Handelsblatts vom 8. Jänner 2026 aus: Selbstfahrend ins Schlagloch. Ausfahrt mit dem Autopiloten.

Die Reaktion war deshalb patzig, weil Tesla dem Handelsblatt selbst keine Testfahrt angeboten hatte und man deshalb auf versteckte Ermittler ausweichen mussten. Lukas Bay, Handelsblattreporter, schreibt dazu:

Eine offizielle Journalisteneinladung habe ich nicht bekommen, darum komme ich als Kunde.

Im selben Absatz diskreditiert der Autor die Berichte auf LinkedIn, indem er diese pauschal über einen Kamm schert:

Zahlreiche Influencer, denen mitunter eine gewisse emotionale Nähe zu Tesla unterstellt werden kann, veröffentlichten aber bereits Ende 2025 erste Testfahrten mit dem System – und waren erwartbar begeistert. Kein Wunder, verdienen sie ihr Geld doch oft mit Empfehlungs-Links, mit denen sie am Verkauf beteiligt werden. Wir treten an zum neutralen Test.

Wow! Sehr sehr frech von einem Autor, der für eine Zeitung schreibt, für die die Automobilindustrie mit ihren Werbeanzeigen zu den wichtigsten Einkunftsquellen zählt – und, bitte warten – Tesla eben nicht zählt, denn die Amerikaner machen keine Printwerbung. Und dann die unbelegte Behauptung, dass die Influencer damit Geld verdienen.

Korrigieren wir das mal für Lukas Bay, denn der schreibt solche Artikel im Handelsblatt wohl auch nicht, weil er gutherzig ist und von Luft und Liebe lebt:

Zahlreiche Handelsblatt Journalisten, denen mitunter eine gewisse emotionale Nähe zu deutschen Autobauern unterstellt werden kann, veröffentlichten aber bereits seit Jahren Testfahrten mit den neusten Modellen – und sind erwartbar begeistert. Kein Wunder, verdienen sie ihr Geld doch oft dank der Werbeanzeigen in der Print- und Online-Ausgabe, von denen ihre Gehälter bezahlt werden.

Generell ist die Berichterstattung des Handelsblatt, wie auch von anderen deutschen Medien, zu allem was mit KI zu tun hat, vorwiegend negativ. Jüngstes Beispiel war diese Titelgeschichte des Spiegel:

Besondes hervorgetan hat sich das Handelsblatt, wir erinnern uns, dieselbe Zeitung, die sich selbst als mit dem besten KI-Team der deutschen Medienlandschaft brüstet. Dabei ergibt eine Sentimentanalyse, die analysiert, wie positiv oder negativ über das Thema – in diesem Fall KI und autonomes Fahren – berichtet wird, ein eindeutiges Ergebnis: 60 bis 90 Prozent der Textinhalte werden als negativ beurteilt.

Vor eineinhalb Jahren führte ich eine solche Analyse auf Handelsblattberichten aus und es war frustrierend. Hier mein Zitat zum autonomen Fahren mit Waymo in San Francisco, die den Bericht von Handelsblatt-Korrespondent Stephan Scheuer untersucht:

In einem Artikel vor einem Jahr mit dem Titel “Was ein Robotaxi-Selbstversuch über autonomes Fahren sagt” schildert der damals noch in San Francisco ansäßige Handelsblatt-Korrespondent Stephan Scheuer von seinen persönlichen Erfahrungen bei seinen 12 Fahrten mit einem fahrerlosen Waymo Robotaxi. Nach einigen einleitenden Worten zur Technologie, die etwa ein Viertel des Texts umfassen, folgt der Erfahrungsbericht. Und ChatGPt sagt dazu folgendes: Ergebnis: 30% positiv, 70% negativ

Wohlgemerkt: wer den Text von Stephan Scheuer aufmerksam durchliest merkt rasch, dass es sich bei den genannten Problemen um Kleinigkeiten handelt, um Dinge, die man selbst am Steuer nicht bemerken oder bekritteln würde. Und am Ende zieht der Autor ein eher positives Fazit, was sich aber so gar nicht in den vorherigen Absätzen widerspiegelt.

Das Handelsblatt ist nicht das einzige deutsche Medium, das immer das Haar in der Suppe und den unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch der Zivilisation sieht. Auch das manager magazin und der oben bereits erwähnte Spiegel gesellen sich dazu.

Den Vogel jedenfalls schoss Handelsblatt US-Bureau Chief des Handelsblatts, Felix Holtermann, ab, der in einem LinkedIn-Post zur Schlussfolgerung kam:

Mit wenigen Themen habe ich mich in den vergangenen 4 Jahren intensiver beschäftigt als mit der Technologie hinter Teslas hashtag#Autopiloten. Ich habe mit Forschern und Experten gesprochen, mit Musk-Konkurrenten und -Fans, mit aktuellen wie ehemaligen Mitarbeitern und mit Hinterbliebenen. Das Ergebnis war eindeutig: Teslas Ansatz, nur auf Kameras zu setzen und weitere Sensoren wegzulassen, ist ohne Fahrerüberwachung nicht sicher, nicht genehmigungsfähig – und gefährdet Menschenleben.

Das erinnert mich an das 1. Clarkesche Gesetz, das besagt:

Wenn ein angesehener, aber älterer Wissenschaftler behauptet, dass etwas möglich ist, hat er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit recht. Wenn er behauptet, dass etwas unmöglich ist, hat er höchstwahrscheinlich unrecht.

Es erinnert uns auch an die Aussagen zu anderen Technologien, wie denjenigen in der New York Times im Jahr 1093

Am 9. Oktober 1903 veröffentlichte die New York Times den Artikel „Flying Machines Which Do Not Fly“, in dm nüchtern behauptet wurde, es würde noch 1 Million bis 10 Millionen Jahre benötigen, bis wir eine Flugmaschine bauen könnten. 69 Tage nach dem Erscheinen hoben Orville und Wilbur Wright zum ersten Mal mit ihrem Flyer kontrolliert ab und flogen 37 Meter weit für 12 Sekunden.

Was hat einst Albert Einstein gesagt, als eine Kritik seiner Relativitätstheorie mit dem Titel „Hundert Autoren gegen Einstein“ veröffentlicht worden war?

Hätte ich unrecht, würde ein einziger Autor genügen, um mich zu widerlegen.

Was haben wir noch gehört von „Experten“:

  • Geschwindigkeiten über 30km/h sind für Menschen tödlich
  • Krankheiten wie das Bicycle Face, Aeroplane Face, Elevator Sickness, der weibliche Uterus fliegt bei Geschwindigkeiten über 30kmh aus ihrem Körper,
  • das Internet wir kein Massenmedium (Matthias Horx, 2001)
  • das Automobil wird sich nicht durchsetzen
  • das Elektroauto wird sich nicht durchsetzen
  • autonome Autos wird es nie geben (Deutschland immer noch)
  • und jetzt die Variante
  • das autonome Auto mit Ansatz von Tesla wird es nie geben

Wenn also Handelsblatt US-Bureau Chief des Handelsblatts, Felix Holtermann, und seine Experten recht hätten, dann würde ein einziger Experte genügen, um Tesla zu widerlegen. Diese wiederholte Behauptung, die Tesla FSD wäre ohne Fahrerüberwachung nicht sicher, nicht genehmigungsfähig – und gefährdet Menschenleben, wird sehr schlecht altern. Man kann diese Behauptung solange wiederholen, bis sie nicht mehr stimmt.

Mittlerweile leistet die deutsche Medienlandschaft, mit dem Handelsblatt an vorderster Front, der deutschen Gesellschaft und Industrie einen Bärendienst. Sie lullen sie ein, sie spielen die Entwicklungen in China und den USA herunter, wägen Deutschland in Sicherheit, und dann kommt das böse Erwachen. Die Reaktionen der Tesla FSD-Tester in Deutschland ist das beste Beispiel. Sie glaubten den Medienberichten und der negativen Berichterstattung, bis sie selbst mit der Technologie in Berührung kamen. Und nun fühlen sie sich ziemlich belogen und beschissen an.

So verkacken wir unsere Zukunft, und deutsche Medien sind da ziemlich mitverantwortlich.

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

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