Deutschlands Praxishandbuch für autonomes Fahren

Vom deutschen Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) kommt nun ein Handbuch, das Vorschläge für die Umsetzung von autonomen Fahren in der kommunalen Praxis enthält. Auf 122 Seiten geben die Verfasser des Handbuchs 4 Phasen an, wie eine solche Umsetzung zu bewerkstelligen ist:

  1. Planungsrahmen & Vorbereitung
  2. Strategieentwicklung
  3. Betriebsplanung
  4. Umsetzung & Erfolgskontrolle

Im Handbuchanhang finden sich auch einige Prüflisten.

Dieses Praxishandbuch kommt im Einklang mit der heute vom Bundesministerium vorgestellten Strategie für autonomes Fahren im Straßenverkehr (hier das ausführliche, 52-seitige Dokument). Die Strategie soll den Weg für das autonome Fahren im Regelbetrieb ebnen und Voraussetzungen schaffen, diese Technologie weiter voranzutreiben und ihre enormen Chancen zu nutzen. Ziel ist es, Deutschland zu einem der weltweit führenden Innovations- und Produktionsstandorte für autonomes Fahren weiterzuentwickeln.

Obwohl Deutschland zwar weltweiter Vorreiter beim Rechtsrahmen für autonomes Fahren ist, so ist doch der Mangel an heimischen Startups und Unternehmen augenscheinlich, die an der Technologie arbeiten, beziehungsweise bereits einsatzfähige Fahrzeuge haben. Während in den USA bereits seit 2018 fahrerlose Robotaxis mit Passagieren und in China seit der Pandemie auf öffentlichen Straßen und seit Mitte 2023 sogar im kommerziellen Regelbetrieb unterwegs sind, beginnen in Deutschland erst jetzt die öffentlichen Testfahrten, wie Moia in Hamburg oder Kira in Hessen.

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

5 Kommentare

    1. ich will die Hoffnung nie aufgeben. Doch wenn ich mir das ansehe, dann gibt es seit zwei Jahren die Bundesverordnung zum autonomen Fahren, und es gibt immer noch keine wirklichen Aktivitäten. Da hat man die Regulierung zuerst und wartet auf die Teams. Eigentlich sollte es umgekehrt sein, denn so macht man das in den USA und so funktioniert das auch.

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      1. Mario, es ist unfassbar, wie konsequent das Thema in D unter den Teppich gekehrt wird. Die Autoindustrie ist so fixiert auf das klassische Pkw-Paradigma (Besitz, Prestige, Selbstkontrolle der Fahraufgabe), dass ich ein Ende mit Schrecken befürchte. Während ich 2015 die erste autonome Fahrt im öffentlichen Verkehr von Waymo als „die am wenigsten beachtete Mondlandung der Welt“ bezeichnete, verspottete Ole Kalenius die Firma als „Software-Frickelbude“ und lehnte eine Kooperation hochnäsig ab. In der öffentlichen Wahrnehmung ist das hier immer noch status quo.

        Waymo hingegen ist mittlerweile so selbstbewusst, Angebote von Städten zu Pilotprojekten cool mit dem Statement zurückzuweisen, man sei über dieses Stadium hinaus und erwarte stattdessen einen Investor, der mit min. 100 Mio. $ in Vorleistung geht ;-)

        So läuft’s.

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  1. „Strategie mit Fokus auf ÖPNV und Güterverkehr“

    Anscheinend werden Robotaxis nicht wahrgenommen. Man kann gespannt sein in wie vielen Jahren Waymo etc., Tesla und Chinesische Services in Deutschland fahren.

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