Fahren Tesla Robotaxi nun wirklich ohne Fahrer?

Als Tesla vor sechs Monaten in Austin begann, Robotaxis auf die Straßen zu bringen, wurde rasch klar, dass zwar kein Fahrer mehr am Fahrersitz saß, dafür aber ein Sicherheitsingenieur am Beifahrersitz, der jederzeit eingreifen konnte. In der nächsten Stufe saß der Sicherheitsingenieur auf der Rückbank, und in der bislang letzten Stufe in einem sogenannten Chase Car, also einem Fahrzeug, das dem Robotaxi hinterher fuhr.

Nun werden Videos veröffentlicht, die Tesla Robotaxi ohne diese letzte Iteration – einem Chase Car – auf den Straßen zeigen. James Merryman und David Moss veröffentlichten mehrere Videos, in denen sie zeigen, wie die Tesla Robotaxi ohne nachfolgendem Chase Car unterwegs sind.

Doch bedeutet das nun wirklich, dass Tesla Robotaxis nun ohne Überwachung unterwegs sind. Nein und nein. Warum zweimal Nein? jede Robotaxi-Firma, inklusive Waymo, beobachtet seine Fahrzeuge. Wie auch Speditionen heute wissen, wo sich ihre LKWs befinden wissen auch Robotaxi-Betreiber, wo sich aktuell ihre Fahrzeuge befinden. Das heißt aber nicht, dass sie jede Fahrzeuge zeitnah mitverfolgen. Bei Waymo ist das beste Anzeichen dafür, dass die Fahrzeuge nach wie vor manchmal dümmliche Fehler machen oder zögern, die ein menschlicher und aktiver Überwacher vermeiden würde. Kommt es zu Schwierigkeiten, bei denen ein Waymo Hilfe benötigt, dann wählt sich ein Teleassistent in das Fahrzeug ein, begutachtet die Situation, und weist das Fahrzeug mit einigen Prompts an, wie es die Situation lösen kann. Ein solcher menschlicher Assistent überwacht dabei mehrere Fahrzeuge gleichzeitig.

Das ist nicht mit Teleoperation – also einer Art Fernsteuerung – zu verwechseln. Bei dieser sitzt wirklich eine Person in einem Büro und lenkt das Fahrzeug. Das Verhältnis Remote-Fahrer und Auto ist dabei 1:1. Mehr dazu im folgenden Video:

Die Tatsache, dass die Tesla Robotaxis nun ohne Sicherheitsfahrer im Auto oder im Chase Car unterwegs sind, schließt nicht aus, dass nicht doch jemand entweder das Fahrzeug fernsteuert (Teleoperation) – aus meiner Sicht und Kenntnis der Full Self Driving (FSD) eher unwahrscheinlich – oder zumindest aus der Ferne das Auto überwacht und bereit ist, jederzeit einzugreifen. Da Tesla sich bedeckt hält, ist nichts Genaueres bekannt.

Wer allerdings die Fähigkeiten der FSD kennt, und deren immer wieder plötzlich auftretenden Schwierigkeiten, wird wohl zu recht vermuten dürfen, dass die Tesla Robotaxi aktuell immer noch ein 1:1-Verhältnis von einem Sicherheitsfahrer pro Robotaxi hat, der aus der Ferne das Auto überwacht und jederzeit eingreifen kann.

Mit anderen Worten: Nein, Tesla hat sicherlich noch menschliche Teleoperatoren, besser bekannt als Fahrer, im Einsatz, die die Robotaxis permanent überwachen und sofort eingreifen können, sollte die FSD Schwierigkeiten haben.

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

3 Kommentare

  1. Kürzlich sah ich wie ein Mann mit Rollator auf ein Taxi zu ging. Der taxifahrer stieg aus nahm den Rollator packte ihn in seinen kofferraum. Dann half er den Mann beim Einsteigen. Behinderte werden also wohl nie mit einem Robo Taxi fahren können. Oder sitzt einer von den Robotern die Ellen Musk jetzt entwickeln will im Auto und hilft behinderte?

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