Wenn man glaubt, bei Tesla mit Elon Musk geht es nicht mehr verrückter, der hat diese Vorstellung noch nicht gesehen. Nach vielen Jahren Verzögerungen stellte Tesla heute den Tesla Roadster vor. Mit diesem Auto begann die Geschichte von Tesla, wo man noch ein Chassis von Lotus verwendet hat, um zu zeigen, dass Elektroautos real sind und Spaß machen können. Doch mit damaligen Roadster hat die Neuauflage nur mehr wenig zu tun, denn zwischenzeitlich hat Musk noch weitere Firmen aus den Boden gestampft, und vor allem hier wichtig, die Raketenfirma SpaceX. Und dem Thema treu bleibend findet die Enthüllung des Tesla Roadster auch in der SpaceX-Zentrale statt.
Die Vorstellung beginnt mit dem Traum jedes Kindes, das eine Matchbox-, Hot Wheels- order Carrera-Rennstrecke sein eigen nennen durften. Wir sehen eine flache Flunder – den Tesla Roadster – vor eine steil nach oben steigenden Fahrbahn, die dann überhängt. Und dann macht er, was keiner erwartet. Das Fahrzeug fährt rauf, hängt auf der 90 Grad Steigung sicher an der Wand, und fährt zum Überhang, bis es kopfüber auf der Fahrbahn hängt. Es fährt sicher wieder runter, wiederholt doe Fahrt, dieses Mal aber bremst es nicht beim Überhang, sondern springt und dreht sich im Flug um 180 Grad um mit allen vier Rädern auf dem Boden zu landen. Dazwischen sehen wir Ausstöße von kleinen Raketentriebwerken.
Der erste Gedanke war: das ist Fake. Das kann nur KI sein. Nein. Das Fahrzeug kommt tatsächlich mit 10 Düsen, einem 600 Liter-Tank, in dem Luft komprimiert ist und 250 Kilo zusätzlich auf die Waage bringt. Die Luft kann einfach aus der Luft nachgefüllt werden, ohne irgendwo hin tanken gehen zu müssen.
Die Luft dient dabei zwei Modi: einem, wo es abheben kann, als ob es ein fliegendes Auto mit Raketentriebwerken ist, im anderen Modus wird die Luft angesaugt, und kann damit 2G und damit das ganze Auto sicher an die Straße saugen. Inspirationen kamen von der F35 und dem James Bond-Film „Der Spion, der mich liebte„, wo ein Lotus Esprit zum Unterwasserauto wird. Dank dieser Düsen kann der Roadster wie KITT aus der Knight Rider-Serie nicht nur springen, sondern sogar fliegen, und sich an Straßen ansaugen und damit die Straßenlage bei hohen Geschwindigkeiten dramatisch verbessern.
Demonnstriert wird das bei der Vorführung mit dem Roadster, wie er über ein Cybercab, einen Cybertruck, einen Tesla Semi, ein Model 3 und ein Model Y springt. Also nicht nur springt, sondern dabei auch noch eine 360-Grad-Rolle vollführt.
Apropos Geschwindigkeit. Aktuell hat der Tesla Roadster eine Spitzengeschwindigkeit von 230 Meilen pro Stunde (370km/h), Musk gab aber seinen Ingenieuren auf der Live-Bühne vor, dass man mindestens bis zur halben Schallgeschwindigkeit – also knapp über 600km/h kommen sollte.
Die Beschleunigung liegt jenseits des Guten und Bösen. Das Demovideo zeigt, wie der Roadster von 0 auf 60 Meilen pro Stunde (also von 0 auf 96 km/h) in genau einer Sekunde beschleunigt. Ein Live-Test kommt dann sogar auf 0,81 Sekunden. Dabei meint Musk, dass es noch schneller gehen müsste, eben bis zu der Grenze, wo die Netzhaut des Fahrers im Auto sich vom Auge abzulösen beginnt.
Der zweisitzige Tesla Roadster mit Steer-by-wire kann bereits vorbestellt werden und geht ab 2028 in die Serienproduktion. Abschließend zeigte Tesla noch, wie der Roadster aus dem Stand einfach so eine Rolle in der Luft macht.
Hier ist die Aufzeichnung des Livestreams der wohl verrücktesten Vorstellung eines neuen Automodells. Der Stream beginnt ab Minute 5:00.
Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

















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