Immer wenn man denkt, es kann keine schlimmeren Nachrichten mehr von deutschen Automobilherstellern geben, dann kommt jemand aus dem VW-Konzern und beweist, dass es doch geht. Diesmal schickte sich der Audi-Chef Gernot Döllner selbst auf diese Mission und erregte die Gemüter. Knapp zwei Wochen vor den Midterm-Wahlen in den USA bemühte sich der Audi-Boss zu einer Wahlveranstaltung von Präsident Donald Trump, und nach seinem ausländerfeindlichen, rassistischen, sexistischen und von Lügen und Hassrede geprägten Aufritt trat Döllner ans Redepult und verkündete eine Viermilliarden Investition für ein neues Audi-Werk im US-Bundesstaat Georgia. Diese Wahlkampfhilfe für den angeschlagenen und unbeliebten amerikanischen Präsidenten ließ dieser sich nicht entgehen, und düpierte Döllner – der es nicht mal mitbekam – dass die Strafzölle gegen Deutschland wohl gewirkt haben und auch die Deutschen nun bitten und betteln, um Trump Geld und Jobs vor die Beine zu werfen.
Der Verstoß gegen VW-interne Regeln, die vorschreiben, dass drei Monate vor einer Wahl gemeinsame Auftritte mit den zur Wahl stehenden Politikern und Parteien nicht erlaubt sind, ist dabei noch gar nicht das größte Problem. Im angekündigten Werk sollen nämlich keine Elektroautos, sondern ausschließlich Audi-SUVs mit Benzin- und Dieselmotoren gefertigt werden. Es soll sich dabei um die Modelle Audi Q7, Q8 und Q9 handeln, von denen 200.000 Stück im Jahr von 4.500 neuen Mitarbeitern gebaut werden sollen, während voraussichtlich in Neckarsulm 15.000 Audi-Mitarbeiter ab 2030 gehen müssen.
HOMO SYNTHETICUS
Wie Mensch und Maschine verschmelzen
Künstliche Intelligenz wird sichtbar. In „Homo Syntheticus“ beschreibt Zukunftsforscher Dr. Mario Herger den Aufbruch in ein neues Zeitalter, in dem Maschinen nicht mehr nur denken, sondern fühlen, handeln und lernen. Humanoide Roboter mit künstlicher Haut und autonomem Bewusstsein treten in unser Leben – als Helfer, Kollegen, vielleicht Partner. Gleichzeitig erweitern wir Menschen uns selbst: durch Implantate, Schnittstellen und KI im Körper. Mensch und Maschine nähern sich an, verschmelzen – und stellen unsere Vorstellung von Identität, Ethik und Fortschritt auf die Probe. Ein faszinierender Blick auf die Ära des synthetischen Menschen.
Der Spiegel zitiert den republikanischen US-Senator Bernie Moreno, der sagte, das Audi-Werk wäre
ohne eine wirtschaftsfreundliche Regulierung und ohne die Abschaffung der kalifornischen Vorschriften für den Kraftstoffverbrauch niemals zustande gekommen.
Mit anderen Worten: in Deutschland werden Arbeitsplätze abgebaut, in den USA Trump ein Wahlkampfgeschenk von einem unterwürfigen Audi-Chef gemacht. Gleichzeitig baut man ein Werk nicht für die Zukunft, sondern um sie hinauszuzögern und die Vergangenheit zu verlängern. Das Werk wäre gar nicht möglich gewesen, wenn Trump nicht aktiv sämtliche Umweltschutzgesetze zerstört hätte. Dabei wird das Werk voraussichtlich erst um 2030 fertiggestellt sein, und angesichts der aktuellen Benzin- und Dieselpreise und der Tatsache, dass dieses Jahr zum ersten Mal mehr Elektroautos als Verbrenner verkauft worden sind, wohl nie die Kapazität von 200.000 Verbrenner erreichen werden. Nicht nur die politische Arschkriecherei ist hier eine Katastrophe für Audi, auch die Strategie am Verbrenner so verzweifelt festzuhalten wird wohl den ganzen Konzern ins Verderben führen.
Wie sehr der Döllner mit der Trump-Arschkriecherei auch VW-intern ins Fettnäpfchen getreten ist zeigt sich in einem Bericht von Der Spiegel. Im VW-Intranet geriet die Debatte offenbar derart außer Kontrolle, dass VW eingreifen und die dortigen Diskussion sperren musste. Und auch schon die ersten Sticker von empörten Audi-Kunden tauchen auf:
Ich denke, wir sollten einen Wettbewerb ausrufen, in Anlehnung an denjenigen um die ehemalige Premierministerin Liz Truss, die gerade mal 44 Tage im Amt war. „Wird dieser nasse Salat länger frisch bleiben als Gernot Döllner?“
Was kommt jetzt als Nächstes? Der Audi-Friedenspreis für Trump? Ein goldener Audi für den Präsidenten?
Oder eine Untersuchung von Trump beim Arzt, wegen Darmbeschwerden? Muss bereits sehr beengt dort drin sein…
Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.






..sehr wahr gesagt, lieber Mario !
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