Die ersten autonomen Autos OHNE Personen an Board beginnen bald zu fahren

Mit 42 Herstellern die in Kalifornien mehr als 285 autonome Fahrzeuge – USA-weit sogar über noch mehr – auf den Straßen testen, warten alle auf den nächsten großen Schritt. Bisher sind nämlich noch Fahrer gesetzlich vorgeschrieben, die in den Testfahrzeugen sitzen und im Notfall eingreifen müssen. Das aber soll sich nun ändern.

Zuerst mal haben sowohl der amerikanische Kongress als auch der Senat eine Gesetzesvorlage verabschiedet, die in den nächsten Jahren bis zu 100.000 autonome Fahrzeuge auf amerikanischen Straßen erlaubt, ohne dass die strikten Sicherheitsstandards, die für manuell gesteuerte Autos gelten, eingehalten werden müssen. Nicht, dass die Autos deshalb nicht sicher sind. Aber Sicherheitsvorschriften für autonome Autos sehen anders aus und sollen so auch festgestellt und erprobt werden.

Des Weiteren hat die kalifornische Verkehrsbehörde DMV bereits im Frühjahr einen Vorschlag für den Betrieb von Fahrzeugen ohne einen Sicherheitsfahrer im Wagen vorgelegt. Ausnahmen davon gab es bereits für die Bishop Ranch, einem Officepark, wo ein fahrerloser Minibus die Mitarbeiter herumführt. Nach öffentliche Anhörungen soll diese Vorschrift nun ab Sommer 2018 für alle gelten, wie Bloomberg berichtet. Gleichzeitig sollen diese Autos dann auch für die Allgemeinheit zugänglich gemacht werden dürfen.

In den Startlöchern steht bereits die Google-Tochter Waymo, die dem Department of Transportation (DoT) einen ausführlichen Sicherheitsbericht zu seinen autonomen Fahrzeugen vorlegte. Darin beschreibt Waymo als erstes Unternehmen welche Arten von sicherheitsrelevanten Szenarien die Fahrzeuge in den bisherigen 5,6 Millionen gefahrenen Kilometern (3.5 Millionen Meilen) und den Abermillliarden an simulierten Meilen erkennen mussten.

Die amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat ein Set von 28 Verhaltenskompetenzen vorgeschlagen, die autonome Fahrzeuge beherrschen müssen. Von sehr grundlegenden wie „stehende Fahrzeuge erkennen und darauf reagieren“, „Kreuzungen queren und Abbiegen“, so sind andere herausfordender („auf Personen reagieren, die nach einem Unfall den Verkehr regulieren“).

Waymo listet 19 weitere Szenarien und Herausforderungen auf, inklusive das Erkennen und Reagieren auf Tiere, Motorräder, Schulbusse, rutschige Straßen, unvorhergesehene Wetterbedingungen, sowie verblichene oder fehlende Straßenschilder. Die realen Fahrszenarien werden unter tausenden verschiedenen Varianten im Simulator nachgestellt. Auch beschreibt Waymo fünf Sicherheitskategorien:

  1. Verhaltenssicherheit
  2. Funktionssicherheit
  3. Unfallsicherheit
  4. Betriebssicherheit
  5. Kollisionsvermeidungssicherheit

Tatsächlich wird erwartet, dass Waymo als erste Unternehmen noch dieses Jahr seine Tests ohne einen menschlichen Fahrer im Wagen beginnen will.

Die Behörden sehen in autonomen Fahrzeugen vor allem eine Schlüsseltechnologie die Straßen sicherer zu machen. Und im Gegensatz zu Menschen können aus dem Fehler von einem Fahrzeug alle anderen Fahrzeuge lernen.

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

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