Siemens testet Künstliche Intelligenz für Ampelschaltungen

Seit einigen Tagen werden Bewohner der Nordrhein-Westfälischen Stadt Hagen einen etwas flüssigeren Straßenverkehr als gewohnt bemerkt haben. Auf einem Abschnitt der Feithstraße testen Entwickler von Siemens künstliche Intelligenz, die die Ampelschaltung auf das aktuelle Verkehrsaufkommen optimiert.

Bislang wurden Ampeln durch eine vorgegebene Programmierung auf beispielsweise 50 Stundenkilometer Geschwindigkeit eingestellt. Die dahinter steckende Idee soll gewährleisten, dass solange sich Fahrer an die 50kmh halten, sie eine grüne Welle erhalten und ohne anzuhalten vorankommen können. Allerdings stammen diese Annahmen teilweise aus den 1970er Jahren, mit dem damaligen geringeren Verkehrsaufkommen. Auch konnten solch fest vorprogrammierten Steuerungen nur wenig auf das tatsächliche Verkehrsaufkommen eingehen. Die Programmierung folgte vorcodierten Wenn-dann-Beziehungen und wurden erst viele Jahre später angepasst.

Die Folge waren erst wieder Staus und Wartezeiten. Solche Staus können erheblich zur Umweltbelastung beitragen. Wartende und anfahrende Fahrzeuge emittieren mehr Schadstoffe als flüssig durchfahrende. Solch eine Lösung könnte drohende Dieselfahrverbote abwenden oder zumindest den Städten ein weiteres Werkzeug in die Hand geben, verkehrsbedingte Schadstoffemissionen zu verringern und Luftreinhaltegesetze einzuhalten.

David Borst ist der Mastermind hinter Siemens Tests mit künstlicher Intelligenz. In einem Feldversuch hat er mit seinem Team fünf Ampeln zusammengeschalten und lässt ein neuronales Netz auf den Daten die von Induktionsschleifen und Kameras geliefert werden zugreifen. Anhand der Sensoren kann die KI dann erkennen, ob sich ein Fahrzeug nähert und entsprechend die Ampeln schalten.

Siemens KI-Ampeln
Entlang der Feithsstraße wurden 5 Ampeln zusammengeschalten und von einem KI-System gesteuert.

In einem ersten mehrstündigen Test zeigte sich eine leichte Verbesserung. Der den Verkehrsfluss messende Wert stieg von 79 auf 81. In einer zweiten Stufe sollen dann wochenlange Test vorgenommen werden.

David Borst präsentierte die Ergebnisse heute auf der Fachmesse Intertraffic 2018 in Amsterdam.

Fotos von David Borst.

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

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