GM Cruise: Wir müssen über Zufriedenheit am Arbeitsplatz reden

Viele reden von selbstfahrenden Autos und möchten selbst dazu beitragen. Was wäre besser, als bei einem der Unternehmen, das an diesem sehr sehr schwierigen Problem arbeitet, angestellt zu werden und vorne mit dabei zu sein?

Das offensichtlich dachten sich einige Jobsucher, die von GM Cruise ein Angebot erhielten. GM Cruise ist die Einheit, die aus der Akquisition von Cruise Automation durch das größte amerikanische Autounternehmen General Motors hervorgegangen ist. Ziel ist es autonome Fahrzeuge zu entwickeln. Und GM Cruise ist äußerst aktiv. Alleine in San Francisco sind mehr als einhundert Autos unterwegs und versuchen diese schwierige Problem in einer der schwierigsten Orte der Welt anzupacken. Mit einigem Erfolg, wie der Disengagement Report von 2018 zeigt, wo GM Cruise an zweiter Stelle hinter Waymo liegt.

Aber als ob hügelige und schlechte Straßen, sowie verrückter Verkehr nicht reichen würden, gibt es scheinbar noch ein anderes Problem, das diese Firma plagt. Die Arbeitsplatzkultur.

Glaubt man den Beiträgen von anonymen Postern auf der Karrierewebsite Team Blind, dann ist die Mitarbeiterzufriedenheit bei GM Cruise äußerst schlecht. Auf Nachfrage eines Jobsuchenden, der ein Offert sowohl von Airbnb als auch GM Cruise erhalten hat, wird von den Postern fast durchgängig abgeraten, zu GM Cruise zu gehen. Die Arbeitsplatzsituation wird als disfunktional, toxisch und hochpolitisch bezeichnet.

Die anonymen Poster sind übrigens Mitarbeiter bei den besagten Firmen, sie müssen das auf der Website durch die Verwendung ihrer Firmen-Email verifizieren und erhalten dann einen anonymisierten Namen, der sie aber als Firmeninsider kennzeichnet.

Egal auf welchen Diskussion man schaut (hier, hier und hier), der Tenor ist derselbe. GM Cruise wäre eine ’shit show‘, sei ‚dysfunctional‘, hoch ‚political‘, schlechtes Management UND schlechtes Engineering mit hohem ‚technical debt‘, hohe Mitarbeiterfluktuationen, und nur dann zu empfehlen, wenn man aus erster Hand erleben wolle, wie schlecht die Kultur dort ist. Natürlich sei das von Team zu Team unterschiedlich, aber manche Dinge schwappen eben auch in gute Teams rein und können nicht ignoriert werden.

Von der Konkurrenz, wie eben Waymo, Zoox oder Voyage liest man hingegen nichts dergleichen.

Das bringt mich zur Frage: WTF, GM Cruise? Stimmt das? Ob’s stimmt oder nicht, ihr habt ein Problem. Wie wollt ihr die besten Talente ins Unternehmen bringen und dieses schwierige Problem lösen, wenn ihr nicht mal Arbeitsplatzkultur gebacken kriegt – oder zumindest die öffentliche Meinung dazu? Wo könntet ihr bereits sein, wenn eure eigenen Mitarbeiter zufrieden wären und die besten Talente zu euch kämen, und nicht die, die keine anderen Möglichkeiten haben?

Kyle Vogt und Mary Barra: seid ihr Teil der Lösung oder des Problems? Was sind eure Lösungen und Ansätze für diese Problem? Es wäre schade, wenn ihr es aus solchen lösbaren Gründen nicht schaffen würdet.

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

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