Sandy Munroe: Mach-E hat chaotisches und fehleranfälliges Kühlsystem

Jetzt, wo eine ganze Flut an Elektroautos auf den Markt kommt, werden auch die ersten Vergleiche mögliche, die über das Fahrverhalten hinausgehen. Sandy Munroe, bekannt für das Zerlegen von Fahrzeugen und Analysen der verwendeten Komponenten und Innovation, begann diese Woche, sich Fords Mach-E, dem elektrischen Pendant zum Mustang, vorzunehmen. Dieses Fahrzeug erweist sich für Ford bereits als wichtiges Fahrzeug, und wie berichtet, wurden seit Beginn des Jahres mehr Mach-E gefertigt, als Ford Mustangs.

Die erste – schlechte – Überraschung erlebte Munroe gleich beim Frunk. Beim Entfernen der Abdeckung wurde ein Wirrwarr an Leitungen und Verbindungen sichtbar, die mehr als 30 Klammern und ein komplexes Pumpensystem zwischen Komponentenboxen offenbarte. Manche Komponentenboxen scheinen auch gar keine Funktion zu haben.

Munroe dramatisierte seine „Überraschung“ im Video, um anzuzeigen, wie entsetzt er darüber war. Als ehemaliger Ford-Mitarbeiter und Berater von Automobilunternehmen, war seine damalige Arbeit bei Ford, möglichst viele Leitungen, Schläuche und Schlauchverbindungen einzusparen. Jeder Teil stellt eine potentielles Leckgefahr dar, weil Klammer brechen, Schläuche brüchig werden oder an anderen Komponenten reiben. Und das enthüllte Wirrwarr schreit, Munroe zufolge, geradezu nach Lecks. Damit wird Fords Empfehlung, verständlich das Fahrzeug alle 10.000 Meilen (16.000 Kilometer) zu inspizieren.

Nicht nur Lecks sind damit vorprogrammiert, sie erhöht auch die Möglichkeit, dass bei einer Wartung Teile vertauscht werden. Munroes Team brauchte einige Zeit um zu verstehen, welche Schläuche und welche Pumpen in welche Richtung Kühlwasser pumpen, und wie sie interagieren. Eine falsche Wartung, die die Komplexität fördert, und ein dadurch verursachter Schaden kann ziemlich teuer werden.

Munroe vergleicht diesen ersten Teil des Mach-E mit Tesla, wo dass Kühlsystem darauf ausgelegt war, massiv Teile zu eliminieren. Auch die Frunks selbst legt er nebeneinander. Während Teslas Frunk ein einziges Teil ist, kommen beim Ford zwischen ein und zwei dutzend Teile heraus. Scheinbar mussten beim Mach-E nachträglich noch Löcher in den Frunk gebohrt werden, weil man die Sicherheitsklappe vergessen hat, die beim Kofferraum Pflicht ist, und nun auch beim Frunk notwendig wird. Scheinbar absolute Anfängerfehler.

Aber sieh Dir das Video doch selbst an, es ist knapp 13 Minuten lang. Es wird jedenfalls noch spannend, welche Überraschungen in den nächsten Tagen unter der Fassade noch alles auf uns warten.

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

3 Kommentare

  1. Ein Zeugnis traditioneller US-amerikanischer Motorenbau“kunst“. Geeignet als WABM (Werkstatt-Arbeitsbeschaffungsmaßnahme). Das erinnert mich an ein Foto, gesehen in den 1980er Jahren, vom Motorraum eines Dodge oder Plymouth-Straßenkreuzers: Der Big-Block-V8 im Riesenraum, umgeben von einem Dutzend Luxuspopel-Nebenaggregaten zur Komplettfüllung des Raumes, alles bedeckt von einem Gewirr und Gestrüpp aus schwarzen, dunkelgrauen, mittelgrauen, hellgrauen Schläuchen und Kabeln. Spaghettisalat XXL, dem zum Topping der Grautöne nur noch ein Eimer Joghurtdressing zum draufkippen fehlte.

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