Autodaten und das Milliardengeschäft

Schon heute befinden sich in jedem Auto dutzende Sensoren, die Unmengen an Daten produzieren. Von Geschwindigkeit, zu Reifendruck bis zu de Wetterbedingungen sehen wir diese Daten auf dem Dashboard angezeigt.

Mit selbstfahrenden connected Cars erreichen Fahrzeuge rasch Gigabyte an Daten die pro Fahrt erzeugt werden. Der Elektrofahrzeughersteller Tesla verwendet die Fahrdaten bereits heute zur Verbesserung der Autopilotfunktion. Jeder damit ausgestattet Tesla wird sukzessive besser, da diese Daten an Tesla geliefert werden und mit allen anderen geteilt werden können. Auch nach Unfällen kann Tesla genau die Behauptungen des Fahrers verifizieren. Oder gar die Angaben eines Journalisten widerlegen.

Hinzu kommen persönliche Daten, mit denen das Fahrzeug auf die Vorlieben des Passagier zugeschneidert Fahrwege oder Stopps einplanen kann. Oder wie bereits heute Staus anzeigt und entsprechende Umwege planen kann.

Eine jüngste McKinsey-Studie untersucht das Potenzial für die Hersteller mit den angesammelten Daten neue Dienstleistungen anzubieten. Das Start-up Metromile beispielsweise bietet einen Versicherungsschutz an, der nur dann in Kraft tritt, wenn das Fahrzeug bewegt wird. Damit lässt sich für den Autobesitzer Geld sparen.

Wie sehen das die skeptischen Deutschen, denen Datenschutz- und Sicherheitsbedenken am Herzen liegen? Gemäß den Studienautoren die mehr als 3.000 Autokäufer in Deutschland, den USA und China befragten, ist eine große Mehrheit daran interessiert die Daten weiterzugeben, wenn dies beispielsweise bei Parkplatzsuche zu Zeitersparnissen führen kann. Aber auch für Diebstahlschutz oder Unterhaltungsangebote wären die Käufer nicht abgeneigt diese Daten zu teilen.

Quelle: McKinsey

Bis 2030 könnte ein Markt mit Dienstleistungen um diese Daten entstehen, der zwischen 450 und 750 Milliarden Dollar (410 bis 680 Milliarden Euro) liegt. Andere Industrien machen das bereits vor. Der Landwirtschaftsmaschinenhersteller John Deere sammelt durch seine Maschinen Daten zu Bodenbeschaffenheit oder Feuchtigkeit mit denen die Landwirte auf dem My John Deere-Portal Hinweise für Düngereinsatz, Bewässerung und die Bepflanzung erhalten. Der Sportbekleidungshersteller Under Armour wiederum erwarb durch die Akquisition mehrere Start-ups Zugang zu einer Benutzerbasis, deren Daten das Unternehmen in den Besitz wertvoller Gesundheitsdaten brachte.

Wie Fahrzeugdaten genau eingesetzt und monetisiert werden, ist noch offen. Einige der in der Studie angeführten Einsatzzwecke wie beispielsweise die Parkplatzsuche könnten mit den niemals parkenden selbstfahrenden elektrischen Ubers hinfällig werden. Sicher ist, dass Unternehmen die um diese Daten Dienstleistungen anbieten wollen, verstärkt Datenanalysten und Experten für künstliche Intelligenz anstellen müssen.

Die vollständige Studie kann hier herunter geladen werden.

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