Google überschreitet zwei Millionen Testmeilen

Google Garage

Googles Septemberbericht zu selbstfahrenden Autos verzeichnet diesmal einen Meilenstein: die zwei Millionen-Meilen-Marke wurde überschritten. Die 58 Testfahrzeuge erreichten seit dem Beginn des Programms insgesamt 2,1 Millionen Meilen (336.000 Kilometer) im autonomen Modus auf öffentlichen Straßen und fuhren alleine im September 212.750 Kilometer. Das entspricht der menschlichen Fahrleistung und Erfahrung von 300 Jahren

Im vergangenen Monat kam es zu einigen kleinen Auffahrunfällen, die alle von anderen Fahrzeugen verursacht wurden, sowie einem schwereren Unfall als ein Google-Fahrzeug von einem das Rotlicht ignorierenden Transporter angefahren wurde. Zu Schaden kam glücklicherweise niemand.

Der neue Leiter der Google X Self-Driving Technology Abteilung Dimitri Dolgov geht im Monatsbericht auf bisher Gelerntes ein. Das offensichtlichste ist die Diskrepanz zwischen offiziellen Verkehrsregeln und tatsächlichem Verkehrsgeschehen. Letzteres variiert stark und ist abhängig von Straßenbedingungen, Wetter oder Tageszeit.

Auch wenn es relativ einfach ist die ersten 90 Prozent an Fahrerfahrung zu sammeln sind die Nuancen der weiteren 10 Prozent wesentlich komplexer. Deshalb müssen die Autos das Fahren „erfahren“ und Millionen von Kilometern abspulen. So sehr sich die Entwickler auch bemühen, viele Verkehrssituationen können unmöglich vorhergesagt werden. Brauchte Google für die erste Million Meilen noch sechs Jahre, so wurde die zweite Million in nur 16 Monaten gesammelt. Die Fahrzeuge lernen schneller und werden schneller besser.

In den letzten Jahren konzentrierte Google laut Dolgov seine Anstrengungen auf die schwierigeren Aufgaben. Das Erkennen von Schülerlotsen, Interpretieren von Handsignalen von Radfahrern, Polizisten oder Fußgängern, die korrekte Reaktion auf Einsatzfahrzeuge bis hin zu Baustellen. Damit können die Autos spontaner auf geänderte Bedingungen reagieren und die richtigen Entscheidungen treffen.

Verkehrssituationen erkennen

Auch soll sich das Auto nicht wie ein stereotypischer Roboter verhalten mit abgehackten Bewegungen, sondern sich nahtloser in den Verkehr einfügen und mehr „menschlicher“ fahren. Dabei handelt es sich oft um subtile Verhaltensweise und ungeschriebene Gesetze die eingehalten werden müssen. Wie schnell soll beschleunigt und gebremst werden ohne dass den Passagieren dabei schlecht wird und das Fahrgefühl angenehm bleibt, wie sollen Kurven und Hindernisse umfahren werden, wie soll es sich gegenüber Fußgängern verhalten und als zuvorkommend wahrgenommen werden können nur durch viele Testfahrten ermittelt werden.

Um ein Fahrzeug gut fahren zu lassen muss es Menschen verstehen können. Nicht nur um andere Verkehrsteilnehmer herumfahren ist wichtig, sondern auch wie man mit ihnen interagiert. Dabei kommt es oft zu delikaten „Tänzen“ mit einem Stupsen und Gestupst-werden – bildlich und nicht wörtlich gemeint. Dieser stumme Dialog den die Google-Fahrzeuge mittlerweile mit hunderten Millionen anderen Verkehrsteilnehmern hatten stellt sicher, dass die Fahrzeuge ebenbürtige und sichere Fahrer werden.

In den letzten Monaten begegneten den Fahrzeugen einige ungewöhnliche Verkehrssituationen, wie beispielsweise Reiter in der Mitte der Straße, ein Arbeiter mit einer Kettensäge oder ein Radfahrer auf einem Einrad.

Reiter auf der Straße

Seit Google vor 7,5 Jahren die Anstrengungen zum autonomen Fahren begann sind dutzende andere Unternehmen ebenso auf die Entwicklung dieser Technologie aufgesprungen. Angesichts der ersten amerikanischen Unfallszahlen aus dem ersten Halbjahr 2016, die eine Anstieg bei Verkehrstoten von neun Prozent sah, kann diese Technologie nicht rasch genug kommen.

Der gesamte Septemberbericht kann hier gefunden werden.

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