Ehemaliger Audi-Produktionschef: „Tesla ist 7 Jahre voraus“

Manufacturing Leadership Titel Oktober 2016

Wie es so ist, wenn man nach zwei Jahrzehnten bei einem traditionellen Autohersteller zu einem Unternehmen kommt, das die ganze Industrie in Aufruhr versetzt, schildert Peter Hochholdinger, Produktionschef bei Tesla, in der jüngsten Ausgabe des Fachmagzins Manufacturing Leadership Journal.

Vergangenes Jahr produzierte Tesla knapp über 50.000 Fahrzeuge, dieses Jahr wird sich die Zahl fast verdoppeln. Immer noch zu wenig um die für das Model 3 benötigten 500.000 Stück im Jahr zu produzieren. Dafür sollen nun 2,25 Milliarden Dollar in die Hand genommen werden um die Produktionsanlagen aufzubauen. Diese schwere Aufgabe hat Peter Hochholdinger, der lange Jahre bei Audi die Produktion leitete und für den A4, A5 und Q5 zuständig war.

Auf die Fragen des Interviewers sagt er gleich, dass

„Die Autos die wir bauen sind allem was ich gesehen habe 7 Jahre im Voraus.“

Während andere Hersteller nach wie vor auf Verbrennungskraftfahrzeugen setzen, ist bei Tesla alles anders. Dort werden nur Elektrofahrzeuge produziert. Natürlich gibt es aggressive Ziele zu erreichen, aber die gäbe es in allen Unternehmen. Ein Schritt die Produktionszahlen zu erhöhen ist die Dichte in der Fabrik zu vergrößern, indem kürzere Wege zwischen den einzelnen Fertigungsschritten zu erreicht werden. Ebenso ist der Durchsatz zu langsam und mehr Automation sein Ziel.

Die Kultur bei Tesla beschreibt er als Start-upkultur, die mit der eines Autoherstellers vermischt ist.

„Es ist wie ein Hybrid; es hat beides drinnen, beide Seelen.“

Als Vorteil sieht er, dass die Fabrik im Silicon Valley steht. Dort wird Out-of-the-box gedacht, schnell mal was ausprobiert. Er selbst komme aus einer Region in Europa wo viele Autos gebaut werden. Hier sei es anders und man könne den Unterschied fühlen. Und die Teams denken unterschiedlich. Ganz grundlegende Fragen werden gestellt wie beispielsweise „Warum ist die Lackieranlage so wie sie ist? Können wir sie ändern?“

Auch zum in Deutschland heiß diskutierten und wenig verstandenen Thema Industrie 4.0 gibt er Auskunft. Er meint, dass wir sie weiter bringen müssen.

„Wenn man eine Maschine hat, die eine Maschine baut, dann muss das eine smarte Maschine sein, die Maschinen baut. Man muss alle Daten verwenden die man kriegen kann.“

Mit diesen Daten kann man die Fabrik viel besser simulieren und optimieren. Das vorrangigste Problem ist die bessere Anbindung der Zulieferkette. Die Teile müssen zum richtigen Zeitpunkt angeliefert werden, damit sie für die Produktion bereits stehen. Dabei darf die Qualitätssicherung nicht übersehen werden. Die Smarte Fabrik wird durch eine Smarte Zulieferkette ergänzt, ähnlich wie bei einem Flughafen. Dort wisse man auch immer wo die Flugzeuge sind und wann sie am Gate sein werden. Genauso müsse das mit den Lastwagen sein die Teile anliefern.

Seine wichtigste Erfahrung die er von Audi mitbringt ist, dass Produktion und Logistik sich ergänzen und zusammen spielen müssen.

Tesla unterscheide sich noch in einem weiteren Punkt von anderen Herstellern. Tesla sehe die

„Fabrik als eine Maschine, die eine Maschine baut.“

Heutige Fabriken sind sehr arbeitsintensiv und für viel manuelle Arbeit designt. Bei Tesla wird von Anfang an überlegt wie ein Arbeitsschritt von einem Roboter ausgeführt werden kann. Für Hochholdinger ist Tesla der erste Hersteller der so denke, bei anderen Herstellern hat er das noch nicht gesehen.

Seine Zusammenfassung lautet:

„Kreativität bedeutet sich neue Dinge auszudenken. Innovation ist wenn man neue Dinge tut. Produktion ist wenn man neue Dinge schafft oder baut. Alle drei zusammen ergeben meiner Meinung nach Tesla, weil wir sehr kreativ sind, sehr innovative und weil wir die Produktion auf eine neue Stufe bringen.“

Das ausführliche Interview ist im Manufacturing Leadership Journal nachzulesen.

1 Comment

  1. Alles interessant und gut und schön- aber bitte mehr Sorgfalt bei der Rechtschreibung. Es fehlen konsequent die Kommata, das ist unprofessionell… 😦

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