Harley-Davidson Museum [Bildergalerie]

Eine Dienstreise nach Milwaukee zu einem ikonischen amerikanischen Motorradhersteller, dessen Namen ich hier aus beruflichen Gründen nicht nennen darf, hat mich in das Harley-Davidson-Museum verschlagen. Für 20 Dollar Eintritt erlebt man eine Zeitreise durch die Geschichte des 1903 von William Harley und Arthur Davidson in einer kleinen Garage gestarteten Unternehmens, das zu einem Lebensgefühl von Freiheit und Rebellentum geworden ist. Das erst 2008 eröffnete Museum hat eine Reihe von Schmankerln, von denen ich einige fotografiert habe.

Das Fahrzeug das als Serial Number One bekannt ist, erscheint ein bisschen als Mysterium. Sein Motor ist aus früher Zeit, aber entspricht nicht den ersten Motoren die Harley-Davidson produzierte. Der aus dem Jahr 1905 stammende Rahmen ist nicht der Originalrahmen dieses Motorrads. Diese Ungereimtheiten haben viel Diskussionen hervorgerufen.

Restaurierer fanden in den 1990er Jahren die Nummer „1“ auf verschiedenen Teilen eingestanzt, und gaben diesem Fahrzeug seinen Spitznamen. Wegen all dieser offenen Fragen wurde Serial Number One zu einer Legende in der Harley-Kultur. Einzig und allein eines ist klar: es handelt sich um die älteste Harley-Davidson auf der Welt.

Serial Number One - Atmospheric-Valve Single - ca. 1903
Das Fahrzeug das als Serial Number One bekannt ist, erscheint ein bisschen als Mysterium. Sein Motor ist aus früher Zeit, aber entspricht nicht den ersten Motoren die Harley-Davidson produzierte. Der aus dem Jahr 1905 stammende Rahmen ist nicht der Originalrahmen dieses Motorrads. Diese Ungereimtheiten haben viel Diskussionen hervorgerufen. Restaurierer fanden in den 1990er Jahren die Nummer „1“ auf verschiedenen Teilen eingestanzt, und gaben diesem Fahrzeug seinen Spitznamen. Wegen all dieser offenen Fragen wurde Serial Number One zu einer Legende in der Harley-Kultur. Einzig und allein eines ist klar: es handelt sich um die älteste Harley-Davidson auf der Welt.

Die Ausstellung beginnt mit einer eindrucksvollen Sammlung an gut erhaltenen Motorrädern aus den Anfangszeiten von Harley-Davidson.

Hier das wunderschöne Seitenwagen-Model J aus dem Jahr 1918.

1918 Model J mit Rogers Seitenwagen, F-Kopf V-Zwilling
1918 Model J mit Rogers Seitenwagen, F-Kopf V-Zwilling

Überhaupt nimm die Kollektion von Seitenwagenfahrzeugen und Dreirädern, wie sie von Militär, Polizei und Post verwendet wurden, breiten Raum ein.

Harleys fanden auch viele Freunde als Spielzeug bei Kindern und Sammlern.

Ein Teil der Ausstellung dreht sich im wahrsten Sinne um die Renngeschichte von Harley. Von Landgeschwindigkeitsrekorden bis zum Bergsteilfahrten ist alles vorhanden.

Eine ganze Wand war bemalten Tanks gewidmet, ein Zeugnis vom Customizationkult der unter Harley-Fans herrscht.

Was wäre Harley, ohne seine Motoren und das typische Motorengeräusch? Ein Bereich der Ausstellung zeigt die Entwicklung der Harley-Motoren.

In Harley-Davidsons langer Geschichte sind auch ein paar Fehltritte nicht unvermeidlich gewesen. Und die spart der Hersteller in seiner Ausstellung auch nicht aus. Vom Model A Topper aus dem 1960ern der dem Mopedtrend folgte, zum giftigen und zu heiß gewaschenem und dabei eingegangenem Shortster gab’s sogar das Schneemobile Y-440 aus dem Jahr 1974 und Golfwagen. Harley-Davidson erfand nicht nur diese Kategorie, sondern war auch jahrelang darin Marktführer.

Filmfans kommen mit ein paar Ausstellungsstücken auch nicht zu kurz. Hier die Captain America WLA OHV V-Twin, die so aussieht als stamme sie aus dem Jahr 1942. Tatsächlich ist sie eine 2008 Harley-Davidson Cross Bones, die für den Film Captain America angepasst wurde.

Zu den wahren Zuckerln gehören aber die von Besitzern modifizierten Bikes. Davon bietet das Museum gleich mehrere Prachtexemplare. Neben der mit den Fransen ausgestatteten FLH-80 Heritage Editon OHV V-Twin aus dem Jahr 1981 stechen die FLH „Uptight“ aus dem Jahr 1958, die FLH „Rhinestone“ von 1973 und vor allem die extra-aufwendige King-Kong-Maschine von 1941 hervor.

Ein berührendes Stück der Ausstellung ist diese ramponierte Harley, die der Kanadier Peter Mark 2012 beim Strandspaziergang auf dem abgelegenen Graham Inseln in British Columbia entdeckte. Wie sich herausstellte stammte die Maschine aus Japan, die beim Tsunami vom 11. März 2011 aufs Meer gespült und den 7.200 Kilometer langen Weg nach Kanada fand. Der Besitzer Ikuo Yokoyama hatte sein 2004 Night Train Modell in einem Anhänger gelagert. Der Tsunami hat nicht nur sein Motorrad genommen, sondern auch sein Haus zerstört, all seine Habe, und auch mehrere Familienmitglieder getötet. Er hat das Motorrad dem Museum zum Andenken hinterlassen.

Den Abschluss der Ausstellung bieten Harleys aller Art, auf denen man sich entsprechend cool fotografieren lassen kann.

HD_90
Cooler Typ am Motorrad

Eine Sternfahrt von 200 Harley-Fahrern, begleitet von Motorradpolizisten (klarerweise auch auf Harleys), konnte ich dabei auch erleben.

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

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