Wie autonome Autos an doppelt geparkten Fahrzeugen vorbeifahren

Je mehr autonome Testfahrzeuge unterwegs sind, desto mehr interessante Fahrszenarien werden erkannt und gepostet. Eines, das in den letzten Tagen hochkam, war, wie autonome Autos mit Situationen umgehen, wo ein Lieferwagen eine Fahrspur blockiert, also in zweiter Spur oder doppelt geparkt steht.

Der erste Beitrag zeigt ein GMCruise Fahrzeug, das mindestens eine Minute mit eingeschalteter Warnblinkanlage hinter einem Lieferwagen steht. Wie der originale Poster spekuliert, könnte das Fahrzeug von einer Zentrale Ratschlag eingeholt haben, und dann Maßnahmen ergriffen haben, um dann – zuerst auf Gegenverkehr wartend – die doppelte Sperrlinie zu überfahren und am Lieferwagen vorbeizukommen.

Dieses Manöver ist insofern interessant, da der Sicherheitsfahrer scheinbar nicht eingreift, sondern durch die Zentrale das Fahrzeug entweder selbst oder durch Fernsteuerung aus der Zentrale eingreifen lässt. Dabei muss das Fahrzeug Verkehrsregeln brechen, da es eine doppelte Sperrlinie überfahren muss.

Der zweite Beitrag von Zoox zeigt gleich sechs solcher Situationen mit Liefer- und Müllwagen. Interessant hier ist was das Fahrzeug erkennt und kategorisiert, und in einem Beispiel wie es die Absicht eines zweiten Fahrzeugs erkennt, das ihm den Vortritt läßt.

Beide Beiträge stammen übrigens aus San Francisco, wo Zoox und GMCruise auch ihre Testfahrzeuge unterwegs haben.

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

4 Kommentare

  1. Wow, das sind Situationen, bei denen ich gedacht habe, dass die Entwickler noch ziemlich daran zu knacken haben. Zumindest in den gezeigten Situationen reagiert das Zoox recht souverän.
    Die Intentionen von Menschen auf Psrkplätzen sind nicht einfach einzuschätzen, das ist auch für den umsichtigen Menschen anspruchsvoll. In den USA fährt man ja sehr gesittet und lässt den Fußgängern den Vortritt. Allerdings reagieren die öfters erratisch z.B. weil ein anderes Familienmitglied ruft, was vergessen wurde, einem Kind hinterhergelaufen wird usw. In Europa wird zudem deutlich weniger rücksichtsvoll gefahren.
    Interessieren würde mich, wie sich die Systeme in wirklich anspruchsvollen Situationen machen. Italien: Ligurische Steilküste mit super engen Durchfahrten, aus Einfahrten hervorspringenden Badegästen, die eingeklemmt zwischen mittelalterlichen Mauern und handtuchbreitem Gehsteig auf die Fahrbahn pendeln, dann noch ein Reisebus im Gegenverkehr….
    Vermutlich aber nur eine Frage der Zeit und des erworbenen Erfahrungsschatzes.
    Wenn in den USA die ersten Dienste den Regelbetrieb aufnehmen, wird der Druck immens werden, den Anschluss nicht zu verlieren. Andererseits: für DE wäre es fatal, wenn in DE so ein Unfall, wie durch den Uber-Wagen geschähe. Das würde den sofortigen Stopp aller Erprobungsfahrten auslösen. In den USA ist zumindest der grundsätzliche Entwicklungspfad nicht in Frage gestellt.

    Liken

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