Zwei A-Player als Partner: Volvo und Waymo

In der Szene um autonomes Fahren ist einiges im Umbruch. Vor einigen tagen ging die Nachricht herum, dass Daimler und BMW ihre gerade erst angekündigte Zusammenarbeit zur Entwicklung von autonomen Fahren beenden. Daimler gab dann eine Partnerschaft mit dem Chiphersteller Nvidia bekannt, dessen KI-Chips ab 2024 in Daimler-Autos eingebaut werden soll, während BMW trotzig meinte, dass die Partnerschaft mit Intels Mobileye eh besser lief, als die Partnerschaft mit Daimler.

Heute verlautbarten Waymo und Volvo eine Partnerschaft bei Level 4 autonomen Fahren. Und diese Partnerschaft macht für Volvo absolut Sinn. Als Hersteller von Prämiumfahrzeugen, der vom neuen Eigentümer Geely stark profitiert hat, macht es Sinn, als A-Player im Automobilbau mit einem A-Player in der Softwareentwicklung zusammen zu tun. Waymo ist der unbestrittene Technologieführer bei der Entwicklung von autonomen Fahren.

Das ist eine Zusammenarbeit, wie sie sein soll. Der schwedische Hersteller, um einiges kleiner als Daimler oder BMW, hat in den letzten Jahren einen Aufschwung erlebt, sowohl was die Verkaufszahlen als auch die Technologie betrifft. Auch soll der vollelektrische Polestar bald auf den Markt kommen.

Währenddessen waren Daimler und BMW im Dieselskandal verwickelt und trumpften eher mit immer neuen Ankündigungen zu alten Verbrennertechnologien denn Elektroautos, und einem Unglauben zum Sinn von autonomen Fahren auf. Bei den Partnerschaften manifestierte sich das dann. Zwei Hersteller (Daimler und BMW), die von Software wenig verstehen, tun sich zusammen, um Software zu bauen. Zwei C-Player im Softwarebau bauen gemeinsam Software.

Mit der Nvidia-Partnerschaft hat Daimler zwar einen besseren Partner gefunden, doch ist Nvidia vor allem mal ein Elektronikhardwarehersteller. Viel wichtiger sind die Software, die KI und die Daten, um ernsthaft autonomes Fahren zu ermöglichen. Und da gibt nun der kleine schwedische Hersteller die Stoßrichtung vor, indem er sich mit dem A-Player Waymo zusammenschließt.

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

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