Waymo Via baut Zentrallager für Robo-LKWs in Dallas

Vor zwei Monaten bereits kündigte Waymo Pläne an, in Dallas ein Zentrallager für autonome LKWs zu errichten, nun gab Boris Sofman, Senior Director of Engineering bei Waymo Via, in einem Podcast mit Lex Fridman mehr Details zu den Plänen der Robo-LKW-Sparte Waymo Via bekannt.

Auf einem dreieinhalb Hektar umfassen Gelände im Süden von Dallas entsteht das erste für autonome LKWs ausgerichtete Zentrallager, das hunderte LKWs und Mitarbeiter versorgen soll. Der Hub soll im Frühjahr 2022 bezugsfertig sein und den Betrieb aufnehmen. Die im Hub handhabbare Flotte von hunderten Waymo Via Robo-LKWs soll dann mit dem Flottenmanagementpartner Ryder gemeinsam betrieben werden. Während Waymo für den Betrieb der LKW-Flotte zuständig ist, wird Ryder die Instandhaltung und den Service der Flotte übernehmen.

Im ersten Schritt soll laut Boris Sofmann an den Highway-Hubs vor den Auf- und Abfahrten noch ein Fahrer das Fahrzeug übernehmen oder abgeben, und zwischen Highway und Lager steuern. Auf den langen Highway-Strecken selbst fährt das Fahrzeug autonom, ohne Fahrer an Bord. Damit können die heutigen Beschränkungen für die Fahrzeit pro Tag, die in den USA für die Fahrer bei 14 Stunden liegt, bevor gesetzliche vorgeschriebenen acht Stunden Pause genommen werden müssen, aufgehoben werden und damit die Fahrzeuge länger in Betrieb sein. Zusätzlich entfällt damit für die Fahrer die unattraktiven Langstrecken, bei denen sie 300 Tage im Jahr unterwegs und damit fern von der Familie sind. Die Industrie selbst ist von übergewicht, Stress, und einer Überalterung der Fahrer geprägt,. Immer weniger junge Leute wählen den Job als LKW-Fahrer, das Durchschnittsalter der Fahrer liegt mittlerweile bei 50 Jahren.

Bereits heute hat Waymo 47 LKWs (sogenannte Class 8 LKWs) in Betrieb, und die momentanen Transportrouten zwischen Texas und Arizona sollen dann sukzessive erweitert und ausgebaut werden. Waymo, die Selbstfahrdivision von Google, hat nach jahrelanger Finanzierung durch die Mutter Alphabet bislang selbst 5,75 Milliarden Dollar (5,1 Milliarden Euro) an Risikokapital aufgestellt und damit Partner wie Enterprise und Magna gewonnen. Neben der Finanzierung ist Waymo Via aber auch Entwicklungspartnerschaften mit LKW-Herstellern wie Daimler Trucks oder Stellantis, oder Speditionen wie J.B. Hunt und UPS eingegangen.

Die Krise in der amerikanischen Truckingindustrie hat sich mit COVID und der stark gestiegenen Nachfrage nach LKW-Fahrern nur verschärft. Aktuell fehlen in den USA 80.000 LKW-Fahrer, und es wird erwartet, dass diese Zahlen bald mehr als 100.000 umfassen wird. Kommerzielles Trucking in den USA ist heute eine 800 Milliarden Dollar (707 Milliarden Euro) Industrie allein. Robo-LKWs könnten dabei eine Lösung für den Fahrermangel sein, aber auch Möglichkeiten bieten, die Logistikindustrie auf den Kopf zu stellen. Die Mehrzahl der heutigen Spediteure betreiben zwischen einem und fünf LKWs, und die Logistikbranche ist wenig digitalisiert und hoch ineffizient.

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

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