Tesla Berlin: Was jetzt zu erwarten ist

Die Zeichen verdichten sich, dass Tesla in Bälde die neuen Gigafactories in Berlin-Grünheide und Austin in Betrieb nehmen wird. Darauf weisen zumindest kleine Meldungen und Beobachtungen der letzten Tage hin

Was wir bisher wissen:

  1. 160 Vorserien-Model Y in Berlin-Grünheide gesichtet (Link)
  2. 9 Vorserien-Model Y in Austin gesichtet (Link)
  3. Elon Musk soll Mitte Februar/Anfang März nach Berlin kommen (Link)
  4. Das Lieferdatum erster Vorbestellungen aus der Berliner Gigafactory wurde in einer internen Tesla-E-Mail mit März angekündigt (Link)

Mit anderen Worten: sowohl Berlin als auch Austin könnten schon im Februar oder spätestens im März in Betrieb gehen.

Was bedeutet das nun, sobald die Fabriken in Betrieb gehen? Dazu möchte ich mal die Produktionskapazitäten und die Steigerung dieser mit Schanghai analysieren, generell die Produktivität (wie auch immer diese gemessen wird) und was das für deutsche und europäische Hersteller bedeutet.

Fertigungsvolumen: Giga Berlin <-> Giga Schanghai

Die Tesla-Fabrik in Schanghai hat mit Jahresende 2021 eine wöchentliche Produktionskapazität von über 8.500 Autos erreicht, die über das ganze Jahr hinweg 450.000 Fahrzeuge bedeuten. Im August 2020 waren es 2.400 Stück pro Woche gewesen. Im Januar 2021 fertigte Schanghai dann bereits 25.000 Fahrzeuge pro Monat, oder um die 5.500 Stück pro Woche.

Dabei könnten für das Jahr 2022 sogar weit über 9.000 Fahrzeuge pro Woche, also 500.000 Fahrzeuge pro Jahr, angepeilt sein, und das ist eine konservative Schätzung. Im September 2021 erreichte Schanghai eine Fertigungszahl von 50.258 Fahrzeugen, wöchentlich somit über 11.000 Fahrzeuge, und aufs Jahr hochgerechnet 600.000.

Die Gigafactory Schanghai hat somit seit dem Produktionsbeginn Ende 2019 ein beeindruckendes Rampup vorgezeigt. Damit könnte auch für die neuen Gigafactories in Berlin und in Austin Ende 2023 jeweils mit Produktionszahlen von 500.000 Stück zu rechnen sein.

Produktivität von Autofabriken

Bloomberg wiederum veröffentlichte Zahlen und Daten, die zeigen, dass die Teslafabrik in Fremont nun die produktivste Autofabrik in den USA darstellt. In der interaktiven Grafik hat nun Tesla mit 8.550 produzierter Autos pro Woche die Spitzenposition vor Toyota mit 8.427 in Georgetown, Kentucky, BMWs Spartanburg, South Carolina mit 8.343 und Fords 5.564 in Dearborn, Michigan übernommen. Damit käme Fremont auf über 400.000 Autos pro Jahr.

Dabei ist die Gigafactory in Fremont Teslas älteste Fabrik, mit Schanghai, Austin und Berlin-Grünheide stehen viel modernere Fabriken bei Fuß.

Bedeutung für Deutschland (und Europa)

Anhand dieser Vergleichszahlen könnte unter Umständen mit Ende 2023 mit einer ähnlichen Produktionszahl zwischen 400.000 und 500.000 Stück in Berlin gerechnet werden. Mit Blick auf Schanghai würde das bedeuten, dass bereits dieses Jahr mit 100.000 bis 200.000 produzierten Fahrzeugen in Berlin-Grünheide zu rechnen ist.

Der deutsche Markt wird mit Teslas überschwemmt werden und Käufer, die bislang zögerten, einen Tesla aus amerikanischer oder chinesischer Fertigung zu kaufen, könnten nun ihre Zurückhaltung aufgeben. Für die anderen deutschen Hersteller könnte der Druck damit steigen. Der Elektroautofachblog electrek hatte dazu vor einigen Tagen eine Analyse, bei dem die heutigen Verkaufszahlen in Deutschland verschiedener Elektroautos und Anbieter verglichen werden. Frederic Lambert von elektrec jedenfalls schließt seine Analyse mit dem Satz:

Es würde mich nicht überraschen, wenn Tesla bis Ende 2023 zu den Top-Automarken in Deutschland gehören würde, was noch vor wenigen Jahren unvorstellbar gewesen wäre.

FUTURE ANGST

Welche aktuellen Ängste prägen uns? Mit welchen Ängsten waren die Menschen in der Vergangenheit konfrontiert, als es die heutigen Technologien noch nicht gab? Warum mischen wir heute im Wettbewerb der Kulturen um neue Technologien nicht ganz vorne mit? Welche Maßnahmen müssen wir ergreifen, um neue Technologien nicht als etwas Beängstigendes und Feindseliges zu betrachten, sondern als ein Mittel zur Lösung der großen Probleme der Menschheit?

Ab sofort erhältlich im Buchhandel, beim Verlag und bei Amazon.

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

2 Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s