Warum wir autonome Autos entwickeln – und oft den Grund vergessen

Die schneller werdende Einführung von kommerziellen fahrerlosen Robotaxis, die in den USA bereits 15 Metropolregionen von mindestens zwei Robotaxiflotten umfasst, und auch in Europa und Asien vorbereitet wird, verleitet uns dazu, vor allem die Unzulänglichkeiten und das gelegentliche Versagen der Technologie zu betrachten.

Dabei vergessen wir gerne, warum diese Technologie entwickelt wird. Sie soll die Anzahl der Verkehrsunfälle verringern, und damit auch die Anzahl der Verkehrstoten und -verletzten. Zwar veröffentlichen die Unternehmen immer wieder Statistiken zur Sicherheit der eigenen Fahrzeuge, aber niemand nimmt das wahr oder ernst. Dabei sollten wir genauer hinschauen. Waymo hat gerade erst mit einem Bericht aufhorchen lassen, indem sie Zahlen zwischen Juli 2024 und Juni 2026 mit denenvon menschlichen Fahrern verglich, und zur Schlussfolgerung kam, dass die eigenen Fahrzeuge in 841 weniger Unfällen mit Verletzungen verwickelt waren, als Menschen. Doch Zahlen sind abstrakt, man muss konkreter werden.

Und genau das hat VINCI Autoroutes, ein französisches Unternehmen, das Autobahnen baut, wartet und betreibt, mit einer Sicherheitsinitiative mit dem Titel „Quand allez-vous percuter ?“ („Wann werden Sie reinkrachen?“) im Juli 2025 gezeigt. Das Unternehmen reihte auf einem Autobahnparkplatz kurz vor eienr Mautstelle dutzende Sicherheitsfahrzeuge auf, die alle mehrere Dinge gemein hatten. Grelle Farben, helles Blinklicht, Hinweistafeln, und vor allem einen völlig zerstörten hinteren Fahrzeugteil. Trotz all dieser Maßnahmen übersehen menschliche Fahrer diese Hinweise und die Fahrzeuge, und krachen in sie hinein. Das ist nicht nur für die Schuldigen gefährlich, sondern auch für die Besatzungen der Fahrzeuge, wie auch für die Wartungsfahrzeuge und andere Verkehrsteilnehmer. Und trotz all dieser Warnhinweise kracht durchschnittlich jede Woche auf französische Autobahnen ein Auto in eines dieser Sicherheitsfahrzuge. Wie im Video erklärt wird, wurden im Zeitraum von 1. Jänner 2025 bis zum Juli 2025 31 dieser Fahrzeuge getroffen, und es gab auch vier Tote.

Im folgenden Video sind 27 zerstörte Sicherheitsfahrzeuge zu sehen.

Frankreich ist nicht das einzige Land, wo das mit schöner Regelmäßigkeit passiert. Auch Autobahnbetreiber in Deutschland mit noch höheren erlaubten Geschwindigkeiten können ein Lied davon singen. Die Universität Braunschweig testete schon vor Jahren einen fahrerlosen Prototypen eines Sicherheitsfahrzeugs, das dem eigentlich Wartungsfahrzeug vorausfuhr.

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

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