EV-Hersteller NIO Meetup mit Selbstfahrtechnologieteam

Ein Meetup beim chinesischen Elektrofahrzeughersteller Nio im kalifornischen San José behandelte die geplante Selbstfahrtechnologie. Auf dem Podium anwesend waren mehrere Teammitglieder, die vor einer Gruppe von Studenten von Udacitys Selbstfahrtechnologiekurs Fragen und Antworten offen standen.

Zuerst zeigte Nio ein Video vom März 2017, wo der Nio EP9 auf dem Circuit of the Americas mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 160 Meilen pro Stunde (256 km/h) einen Rekord setzte – für ein autonomes(!) elektrisches Fahrzeug. Das Team hinter der Selbstfahrtechnologie bei dieser eindrucksvollen Vorführung benötigte nicht mehr als drei Monate mit drei Ingeneuren um das zu erreichen.

Nach dieser beeindrucken Demonstration ließen die Ingenieure unter der Führung von Senior Director für Autonomous Driving, Jamie Carlson, hinter die Kulissen blicken. Das Team selbst besteht heute aus 35 Leuten, bis Endes des Jahres soll das Team auf 70 Leute anwachsen. Insgesamt arbeiten in der San José Lokation 310 Mitarbeiter. Im September 2015 wurde die Niederlassung mit 10 Mann eröffnet, seither ist man stark gewachsen. Die größte Niederlassung mit 2.000 Mitarbeitern befindet sich in Shanghai. Auch in München sind 80 Mitarbeiter, darunter auch ehemalige Designer des BMW i8.

Bis 2020 soll für die USA ein Level 4-fähiges autonomes Elektrofahrzeug verfügbar sein, wobei zuerst Level 4 auf Autobahnen möglich sein soll, und dann mit Softwareupdates zu späteren Zeitpunkten Level 4 auch in Städten möglich werden.

Die eingebauten Sensoren umfassen das heute übliche Paket von Kameras, Lidars, Radar und Ultraschallsensoren. Auch sieht man sich neue Sensortypen und Ansätze an die von interessanten Start-ups kommen. Jamie wollte die Verwendung neuer Sensoren nicht ausschließen.

Woran Nio nicht glaubt ist Vehicle-2-Infrastructure (V2I) oder Vehicle-2-Vehicle-Kommunikation (VsV). Da heute kaum Fahrzeuge damit ausgestattet sind, hat das für das Team keine Priorität.

Auch glaubt Jamie nicht so wirklich an das Sharingmodell, da er selbst als Vater in seinem eigenen Auto Kindersitze und Spielsachen hat und sich nicht vorstellen kann, das in einem Sharingmodell immer aus dem Auto zu räumen. Nio baut ein Auto für den Besitz, nicht für das Sharen.

Im oben gezeigten Video von der Rennstrecke wurde das Fahrverhalten eines menschlichen Fahrers geklont – das sogenannte ‚behavioral cloning‘ – welches auf einer abgeschlossenen Teststrecke möglich ist, aber im Stadtverkehr mit ständig wechselnden Szenarien nicht funktioniert.

Der Abend ging dann in Gespräche und Gevöller am reichhaltigen Buffet über.

Nios Vision lautet übrigens: „give people time back – to be who they want to be

Nio_Office.jpg

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

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