Opas Elektrofahrzeuge

Elektrofahrzeuge sind nicht erst seit Teslas Erfolgsmodelle en vogue. tatsächlich waren ein Drittel aller Fahrzeuge am Beginn der Automobilgeschichte elektrisch unterwegs. Der größte Hersteller von Elektrofahrzeugen seiner Zeit war Detroit Electric. Auch in Österreich, der Schweiz und Deutschland gab es eine lebhafte Szene, wo einige der berühmtesten Automobilpioniere eifrig daran tüftelten. Ein Besuch im Technischen Museum Wien gibt einen Einblick in die Geschichte und bringt uns auf Du-und-Du mit den Automobilhistorie, sowohl mit den elektrischen Fahrzeugen als auch den Verbrennern.

Hier das Elektroauto Egger-Lohner Mylord/Coupé aus dem Jahr 1898, gebaut in Wien. Lohner war ein ursprünglich aus dem elsässischen stammender Kutschenbauer, der sehr aktiv am Sprung vom Kutschenbau zum Automobilbau arbeitete.

1911 suchte das Neue Wiener Tagblatt das älteste Automobil in der Monarchie. Der Bregenzer Marinemaler Eugen Zardetti erklärte, am 19. März 1893 einen Benz Victoria Vis-à-Vis direkt in Mannheim gekauft zu haben. Sofort versuchte das Technische Museum Wien, dieses Fahrzeug für die Sammlung zu erwerben. Nach dem Tod Zardettis im jahr 1926 entschied die Familie, das Automobil dem Museum zu überlassen. Es bekam den Titel „erstes fabrikmäßig hergestelltes Benzin-Automobil in Österreich“.

Benz Patent Motorwagen Victoria Vis-à-Vis
Wassergekühlter Viertakt-Einzylindermotor mit 3 PS (2kW), Geschwindigkeit: ca. 20km/h Benz & Cie, Rheinische Gasmotorenfabrik in Mannheim, 1893

Die Nesselsdorfer Wagenbau-Fabriks-Gesellschaft im mährischen Koprivnice stieg 1897 in den Automobilbau ein und präsentierte 1898 ihr erstes Kraftfahrzeug, den Nesselsdorf Präsident (Prezident). Er galt als erstes fabrikmäßig gebautes Automobil Österreich-Ungarns. Als 1899 dieses Nachfolgemodell auf den Markt kam, warb Nesselsdorfer damit, „erste und älteste Automobil-Fabrik der Monarchie“ zu sein. Die Fabrik war damals zwei Jahre alt.

Nesselsdorf Präsiden-Nachfolger
Wassergekühlter Viertakt-Zweizylinder-Boxermotor mit 9 PS (7kW), System Benz, Geschwindigkeit: ca. 48 km/h Nesselsdorfer Wagenbau-Fabriks-Gesellschaft, Koprivnice, 1899-1900

Ab 1897 stellte die Wiener Hofwagenfabrik Jacob Lohner & Co. Automobile her. An der Entwicklung der Elektromobile System Egger-Lohner war der junge Ferdinand Porsche, ein Angestellter Béla Eggers, beteiligt. 1899 beschloss Lohner, Porsches Idee eines Radnabenmotors aufzugreifen, und kündigte Egger die Zusammenarbeit. Der Lohner-Porsche wurde 1900 auf der Pariser Weltausstellung als „erster transmissionsloser Wagen der Welt“ ausgezeichnet. Es war gleichsam der „erste Porsche der Welt“.

Elektrischer Phaéton, System Lohner-Porsche, Model Nr. 27
Innenpolmotoren in den Vorderrädern mit je 2,5 PS (2 kW), Geschwindigkeit: ca. 32 km/h Jacob Lohner & Co., Wien, 1900-1902
Lohner-Porsche_Fabrik
Blick in die Jacob-Lohner & Co. Fabrik.

Und dann gab es das Automobil Benz Velo-Comfortable.

Es gab (zumindest in Österreich) immer die Kontroverse, wer denn nun das erste Auto gebaut hatte. Siegfried Marcus (1831-1898) kam aus einer jüdischen Familie in Mecklenburg und war in Wien als Erfinder elektrischer Zündapparate tätig. 1898 präsentierten die österreichischen Automobilhersteller den Marcus-Wagen als erstes Auto der Welt. Lange wurde über diese Datierung gestritten. Siegfried Marcus und Carl Benz arbeiteten zeitgleich und unabhängig voneinander an einem Automobil. Benz stellte den Patent-Motorwagen 1886 vor. Der Marcus-Wagen wird jetzt auf 1888/1889 datiert.

Siegfried Marcus Wagen
Wassergekühlter Viertakt-Einzylindermotor mit ca. 0,75 PS (0,55 kW); Geschwindigkeit: 6-8 km/h Märky, Bromovsky & Schulz, Adamov u Brne (Adamsthal), 1888/1889

 

Die weitere Sammlung umfasst ein paar Leckerbissen.

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

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