Waymo schickt Google-Eier in Rente

In einem nostalgisch klingenden Post vermeldete Waymo-CEO John Krafcik, dass die bei Google als ‚Glühwürmchen‚ bezeichneten autonomen Testfahrzeuge der dritten Generation in Rente geschickt werden. Von Beginn an waren diese Fahrzeuge als experimentelle Plattform betrachtet und nie für die Serienfertigung vorgesehen.

Waymo Firefly Papierprototyp
Einer der ersten Glühwürmchen-Prototypen, der einen gegen die Fahrtrichtung sitzenden Passagier beinhaltet, um Gespräche zu ermutigen. Dieser Sitz wurde aber letztendlich aufgegeben und gegen einen Stauraum ausgetauscht. Auch bevorzugen Passagiere in Fahrtrichtung zeigende Sitze, die Schwindelgefühle während der Fahrt reduzieren.

Die Glühwürmchen, von den Medien auch als Koala-Autos wegen der charakteristischen Vorderfront, und von der Öffentlichkeit weniger charmant als Google-Eier bezeichnet, waren die ersten von Grund auf als autonome Fahrzeuge entwickelte Gefährte. In ihnen befanden sich weder Lenkrad, noch Gas- und Bremspedale. Die Fahrzeuge waren elektrisch betrieben, durch Induktion aufladbar, und erreichten eine Höchstgeschwindigkeit von 25 mph (40 km/h). Warum die Glühwürmchen so ‚hässlich‘ aussahen, wurde bereits vor längerer Zeit hier ausführlich diskutiert.

Die Glühwürmchen, von denen an die 40 Stück in Mountain View in Kalifornien und Austin in Texas unterwegs waren, brachten mehrere Meilensteine für die Entwicklung selbstfahrender Fahrzeuge. Nicht nur wurden mehrere Millionen an Kilometer im Stadtgebiet autonom damit gefahren, es erfolgte auch die erste vollständig autonome Fahrt, als am 20. Oktober 2015 Steve Mahan, der blind ist, selbständig mit dem Auto in Austin fuhr.

Nachdem nun die Glühwürmchen durch Serienfahrzeuge wie den Fiat-Chrysler Pacifica Minivans abgelöst werden, von denen bis Ende des Jahres 600 Stück herumfahren sollen, finden die Eier ihre letzte Ruhestätte in mehreren Museen. Ein Exemplar steht bereits seit einiger Zeit im Computer History Museum in Mountain View, andere Exemplare sollen ins Arizona Science Center in Phoenix kommen, in die The Thinkery in Austin, und ins Design Museum in London.

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

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