Keynote von Waymo-CEO John Krafcik auf der Detroit Auto Show

Die CES 2017 ist vorbei, und es geht gleich weiter mit der Detroit Auto Show. Und dort gab John Krafcik, Automobilveteran und CEO der Google-Selbstfahrfirma Waymo, die Keynote. Waymo wurde erst vor wenigen Wochen aus dem Google X Projekt ausgegliedert und soll nun Geld verdienen. Gleichzeitig wurden auch die neuen, gemeinsam mit Fiat-Chrysler entwickelte vierte Generation an Selbstfahrautos vorgestellt, und auf die ging Krafcik in seiner Keynote ein.

Die Keynote beginnt mit einem Video, das den blinden Steve Mahan bei der ersten Autofahrt ohne Fahrer in Austin in Texas zeigt. Und dieser Meilenstein war auch zugleich der Grund das Selbstfahrprojekt nun auf die nächste Stufe zu bringen.

Waymo baut nicht das bessere Auto, es baut den besseren Fahrer.

Alle Technologie die zu sehen ist wurde von Google im eigenen Haus entwickelt. Und dabei sowohl die Hardware, als auch die Software. Das hässliche kleine Auto (und warum es hässlich ist und das eigentlich egal ist habe wir schon einmal hier diskutiert), das die englischsprachigen Medien oft als Koala car bezeichnen, wegen seines Koalaförmigen Gesichts, heißt Waymo-intern Firefly (also Glühwürmchen). Von diesen haben sie 50 Stück gebaut und sie fahren Level 4.

Jetzt soll mit dieser Technologie massenproduzierte Fahrzeuge ausgestattet werden, und deshalb hat man sich mit Fiat-Chrysler zusammen getan und den Chrysler Pacifica Minivan dazu ausgewählt. Die 100 Stück Waymo Pacificas sind die fortschrittlichsten autonomen Fahrzeuge. Und es gibt auch keine Geschwindigkeitsbeschränkungen mehr, wie es noch bei den Glühwürmchen der Fall war, die nicht schneller als 25 Meilen pro Stunden fahren durften (das war die Vorgabe von Kalifornien). Die Waymo-Pacificas sollen dann auch ab Ende Jänner auf den Straßen Kalifornias und Arizonas zu Tests unterwegs sein.

Waymo hat die Lidarsysteme selbst entwickelt. Diese können zwischen Menschen und Abbildern von Menschen  unterscheiden. Waymo verwendet drei verschiedene Lidarsysteme, wobei zwei davon ganz neuartig sind: Kurz- und weiträumige Lidars (short/long range).

Die Short-Range-Lidars beispielsweise erkennen in welche Richtung ein Fußgänger blickt, was dem Fahrzeug abzuschätzen erlaubt, wohin die Menschen gehen. Auch erkennen sie die Handsignale von Radfahrern und Fußgängern. Die Long-Range-Lidars wiederum können einen Footballhelm auf eine Distanz von zwei Fußballfeldern erkennen, das ungefähr 220 Metern entspricht.

Diese Lidars, die noch vor einigen Jahren 75.000 Dollar kosteten, sind nun 90 Prozent billiger und kosten weniger als 8.000 Dollar.

Neben den Lidars gibt es auch Radarsysteme. Waymos Radarsystem hat eine 360 Grad Sicht, nicht wie die Fahrerassistenzsysteme heutiger Autobauer, die zumeist nur nach vorne sehen. Das 360° Radarsystem funktioniert auch sehr gut in Regen, Nebel und Schnee.

Lidar, Radar und alle sonstigen Sensorsysteme ergänzen sich. Die gesamte Integration erlaubt die Systeme alle zusammen besser zu machen.

Bis dato fuhren Waymo-Fahrzeuge annähernd 2.5 Millionen Meilen (Vier Millionen Kilometer) im autonomen Fahrmodus, was einer menschlichen Fahrpraxis von 300 Jahren entspricht. Die meiste Zeit dabei wurde im komplexen Stadtverkehr gefahren. Für die erste Million Meilen benötigte Waymo noch 4 Jahre, für die zweite Million Meilen nur mehr 16 Monate. Im Mai 2017, also nur 8 Monate später, wird Waymo die dreimillionste Meile gefahren sein.

2016 alleine wurde eine Milliarde virtuelle Meilen gefahren. Diese sind extrem wertvoll für die Weiterentwicklung und stellen die vorherrschende(!) Form dar, das Auto zu verbessern.

Eine Kennzahl, die Waymo misst, ist wie oft das Fahrzeug an den Fahrer übergibt. Das nennt man Safety Disengagement. Auch hier gab es drastische Verbesserungen. Von 0,8 Safety Disengagements pro 1.000 Meilen im Jahr 2015 fiel das auf ein Viertel im Jahr 2016 auf 0,2 pro 1.000 Meilen.

Jedes Jahr fahren Menschen 10 Billionen Meilen (10.000 Milliarden Meilen). Mit selbstfahrenden Technologien können sich Menschen neue Dinge ausdenken, was mit autonomen System gemacht werden können.

Was Waymo auf den Markt bringt ist eine Plattform, die Mobilität sicher und leistbar für jedermann macht. An dieser Plattform bauen sie mit vielen Partnern, einer davon Fiat-Chrysler. Krafcik weist abschließend nochmals darauf hin, dass Waymo nicht das bessere Auto, sondern den besseren Fahrer baut.

Das Video (in Englisch) beginnt ab Minute 6:30.

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