Tesla Model 3 zerlegt: Was ist drinnen und wie gut ist die Verarbeitung?

Während manche deutsche Hersteller sich Mietautos der Konkurrenz ausleihen, um sie zu testen und zerlegen und ziemlich ‚zersaust‘ wieder zurückgeben, machen das spezialisierte Unternehmen mit gekauften Autos, um die Verarbeitungsqualität und die Kosten des Fahrzeugs zu ermitteln.

Munro & Associates, Inc. aus Auburn Hills im US-Bundesstaat Michigan ist eines dieser Unternehmen. Die Firma erwarb zwei Tesla Model 3 und zerlegte sie fein säuberlich in tausende Bestandteile, und analysierte die Komponenten, das Engineering, Design und die Verarbeitungsqualität.

Das Ergebnis kann man in einer ausführlichen (und kostenpflichtigen) Studie lesen, hier sind ein paar Highlights.

Batterien

Es gibt keinen Zweifel, dass die Batteriezellen und die Verarbeitung die Klassenbeste ist. Die Abweichung der elektrischen Spannung weicht um nicht mehr als 0.2 Millivolt in den 2.170 in einem Model 3 verbauten Zellen ab. Die Zellen selbst sind jede einzeln an ein Kühlpack und an die anderen Zellen verklebt.

Karosserie

Die Karosserie erweist sich als erstaunlich schwer, obwohl Tesla Aluminium verwendet. Den Analysten scheint das gewählte Karosseriedesign ein Grund für das überdurchschnittlich hohe Gewicht zu sein, sowie die mit 75 Kilogramm hohe Masse an Dichtungsmittel.

Elektronik

Die eingesetzte Elektronik zwang den Analysten Achtung ab. Sie ist Top und liegt zwischen der Komplexität wie sie in Smartphones und in der Raumfahrt eingesetzt wird. Während der Touchscreen in den Model S und X eine eigenständige Entwicklung war, entspricht der beim Model 3 eher den handelsüblichen Touchscreens.

Fertigungsqualität

Bei den zwei von Munro erworbenen Fahrzeuge lagen mehrere Wochen zwischen den Produktionsterminen. Dabei blieben die Spaltmasse gleich inkonsistent, sowohl über das einzelne Fahrzeug, als auch die beiden Fahrzeuge verglichen, und übertreffen teilweise auch übliche Normen.

Ventilation

Die Lüftung im Fahrzeug unterscheidet sich dramatisch von allen anderen Fahrzeugen. Sie kommt nur aus zwei beinahe unsichtbaren Schlitzen und ist innovativ und einzigartig im Automobilbau. Sie wird rein über den Touchscreen angesteuert.

Profitabilität

Noch ist Munro noch nicht ganz mit der Kostenanalyse fertig, aber die ersten Analysen zeigen, dass Tesla mit dem Basispreis von 36.000 Dollar (30.000 Euro) kostenneutral oder sogar einen kleinen Gewinn einfährt. Aktuell liegt der Durchschnittswert der fast 500.000 Vorbestellung aber bei 44.000 Dollar (36.000 Euro)

Zusammenfassung

Auch wenn Elektronik, Batterietechnik und Lüftung innovativ und hochqualitativ sind, kann Tesla noch bei der Karosserie und Fertigungsqualität von anderen Autobauern lernen.

 

Teslas Antwort auf die Analyse

Tesla verwies in einer Antwort auf die Analyse auf die Verbesserungen die seit dem Beginn der Produktion vorgenommen wurden und auch auf die Sicherheitsstandards, die das Karosseriegewicht gerechtfertigen. Teslas Autos gehörten bereits in der Vergangenheit zu den sichersten bei Crashtests.

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

2 Kommentare

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