Wayve rein, Mobileye raus? Kann MOIA das Herumeiern Volkswagens überleben?

Die Strategie von Volkswagen zum autonome Fahren lässt Fragen offen und wirft Zweifel auf. Was genau will VW eigentlich? Da werden Milliarden ausgegeben, um dann einfach das Projekt einzustellen. So geschehen mit dem Joint Venture mit Ford, bei dem mit Argo.AI gemeinsam autonomes Fahren entwickelt werden sollte, und es dann überraschend eingestellt hat.

Dann folgte eine Partnerschaft mit dem US-Israelischen Unternehmen Mobileye, das die Selbstfahrtechnologie bereitstellen sollte, und gemeinsam mit der Tochter MOIA Robotaxis entwickeln sollte. VW stellte die ID Buzz AD bereit, und MOIA entwickelte das MaaS-System. Doch von Anfang an war jedem außer VW und MOIA klar, dass Mobileye einfach nicht der richtige Partner sein kann. Ich selbst hatte immer wieder Bedenken angemeldet.

Dann gab es eine Reihe von Ankündigungen, die Zweifel am Fortbestand von MOIA hervorriefen. Einerseits stellte MOIA seinen Fahrdienst in Hannover ein, gerade in dem Moment, wo man eigentlich solch bestehende Dienste auf autonomen Testbetrieb umr“sten hätte sollen. Dann kündigte VW Anteilsverkäufe an MOIA an – aber nicht, um etwa starke Partner wie Uber und Lyft reinzuholen, und das erhaltene Geld in MOIA zu reinvestieren. Nein, das Geld sollte die unter Druck stehenden VW-Bilanzen aufpolieren. Wenig überraschend kam dann die Ankündigung, dass weder Uber noch Lyft in MOIA einsteigen wollten. Zu schwach waren die Finanzierungsaussichten und die technologische Plattform. Und bei MaaS-Systemen haben die beiden Ridesharingdienste einfach viel mehr Erfahrung und eine stärkere Technologie.

HOMO SYNTHETICUS
Wie Mensch und Maschine verschmelzen

Künstliche Intelligenz wird sichtbar. In „Homo Syntheticus“ beschreibt Zukunftsforscher Dr. Mario Herger den Aufbruch in ein neues Zeitalter, in dem Maschinen nicht mehr nur denken, sondern fühlen, handeln und lernen. Humanoide Roboter mit künstlicher Haut und autonomem Bewusstsein treten in unser Leben – als Helfer, Kollegen, vielleicht Partner. Gleichzeitig erweitern wir Menschen uns selbst: durch Implantate, Schnittstellen und KI im Körper. Mensch und Maschine nähern sich an, verschmelzen – und stellen unsere Vorstellung von Identität, Ethik und Fortschritt auf die Probe. Ein faszinierender Blick auf die Ära des synthetischen Menschen.

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Nun berichtet Der Spiegel, dass Volkswagen Mobileye rausschmeißen und stattdessen mit dem britischen Startup Wayve als Partner fortschreiten will. Wayve ist sicherlich das vielversprechendste europäische Unternehmen zum autonomen Fahren, und hat bislang 2,8 Milliarden Euro an Wagniskapital aufgestellt. Andere Partner sind Mercedes, Stellantis und Nissan, die für Kontinuität stehen und technischer Expertise bei den Fahrzeugplattformen liefern können.

Für MOIA macht es die Situation nicht einfacher, und wirft die Frage auf, ob VW MOIA dann überhaupt noch benötigt? Wayves Ansatz zielt eher auf autonome Privat-PKW ab, und weniger auf Robotaxis, wie sie MOIA anpeilt. Einen Fahrdienstleister zu betreiben ist ein anderes Geschäftsmodell, als jenes, das VW seit hundert Jahren kennt: Autos verkaufen.

Alles wird davon abhängen, ob Volkswagen bereit sein wird, zusätzliche Finanzmittel in die Hand zu nehmen und MOIA die Finanzierung des Technologieumstiegs und der damit zu erwartenden Verzögerungen bei der Bereitstellung, den Tests und Integration von MOIA Robotaxis in den ÖPNV zu ermöglichen. Und diese Phasen, wie ich sie hier aufgezeichnet habe, brauchen ihre Zeit.

Zumindest einen Optimisten bei MOIA gibt es, der an das Unternehmen glaubt, denn dieser hat gerade seinen Job bei MOIA angetreten. Wünschen wir ihm viel Glück!

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

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