Mögliche Gründe für Ubers Lizenzweigerung

Kaum begann  Uber den Testbetrieb autonomer Fahrzeuge in San Francisco, musste der Fahrdienstvermittler diesen auf Anweisung der kalifornischen Zulassungsbehörden DMV auch schon wieder einstellen. Uber weigerte sich beharrlich um eine Testlizenz anzusuchen, die bislang bereits 20 Unternehmen in Kalifornien erhalten haben, um Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen zu testen.

Uber vertritt die offizielle Meinung, dass es sich nicht um autonome Fahrzeuge im Behördensinne handelte, sondern mehr um ein Fahrerassistenzsystem wie beispielsweise der Tesla Autopilot, da sich ohnehin immer ein Fahrer im Fahrzeug befinde. Nach einem Treffen mit dem Staatsanwalt und DMV-Vertretern stellte Uber den Testbetrieb wieder ein.

Die Testlizenz selbst kostet gerade einmal 150 Dollar und hat relativ unternehmensfreundliche Auflagen. Eine Versicherung in Höhe von 1 Million Dollar sowie eine bisherige Streckenleistung von 10.000 Meilen autonomen Testbetrieb auf Teststrecken muss nachgewiesen werden, Testfahrer geschult werden, Unfälle gemeldet sowie ein jährlicher Bericht über die Anzahl und Art der sogenannten Disengagements – wenn das Fahrzeug aus dem autonomen Betrieb an den Fahrer übergibt – an den DMV geschickt werden. Trotzdem weigert sich Uber um eine solche Testlizenz anzusuchen.

Nun sind erste Spekulationen über die Gründe aufgetaucht. Unter anderem könnte Uber versuchen die gesammelten Daten geheim halten zu wollen, um Konkurrenten eine Einsicht in den Stand der Entwicklung zu erschweren. Nicht zuletzt sind seit dem Begin des Testbetriebs mehrere Berichte über Uberfahrzeuge aufgetaucht, die rote Ampeln überführen, und Fahrer die die Kontrolle übernehmen mussten um einen Unfall zu verhindern.

Auch hat Uber in seiner Historie sich allen Regulierungen widersetzt und beschäftigt eine ganze Armee an Lobbyisten um Behörden umzustimmen. Das hat dazu geführt, dass Uber nicht als Taxidienstleister sondern als Transportation Network Provider geführt wird, und damit einige der gängigen Taxibestimmungen nicht zutreffen.

Auch möchte ich hinweisen, dass nicht nur Uber keine Testlizenz in Kalifornien hat, auch das von Uber gekaufte autonome LKW-Startup Ot.to wird nicht in der Liste der Testlizenznehmer des DMVs geführt, obwohl das Startup Tests auf öffentlichen Straßen durchführt.

Sofort nach der Einstellung des Tests in San Francisco hat sich der Gouverneur von Arizona, Doug Ducey, per Twitter gemeldet um die Tests von Uber nach Arizona zu lotsen.

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