Die außerordentlich wichtige Rolle des Porsche Taycans für die Elektromobilität

Porsche Taycan

Die Diskussionen um den Sinn und Unsinn und die Leistungsdaten des Porsche Taycans wogen spätestens seit der Präsentation vom Mittwoch in den Foren und Medien hin und her. Und auch hier und hier habe ich das analysiert, wo es noch zwickt und wo etwas wirklich gelungen ist.

Eines muss man aber ausdrücklich sagen: die Rolle des Taycans und von Porsche bei der Durchsetzung der Elektromobilität darf nicht unterschätzt werden. Nach Tesla, das mehr oder weniger alleine seit Jahren die wichtigste Bresche für Elektromobilität geschlagen und ins Bewusstsein vieler gebracht hat, wird der Porsche Taycan den nächsten Schub bringen.

Auch wenn das Fahrzeug für die weite Mehrheit nicht erschwinglich sein und in Frage kommen wird, steht Porsche doch für einen Traum. Und dazu trägt bei, dass uninspirierte, hingeschludderte und brustschwache Verlegenheitsfahrzeuge zu überhöhten Preisen, wie der Mercedes EQC, Audi e-tron oder Jaguar iPace auch für die breite Masse unakzeptabel werden.

Der Porsche Taycan inspiriert, nicht weil das Auto dermaßen überdrüber ist – immerhin schafft Tesla in einigen Eckdaten immer noch ein bisserl mehr – aber das ganze Porscheteam hat den Fehdehandschuh aufgenommen und sich wirklich eingesetzt. Eine völlig neue Plattform, hohe Zielvorgaben was das Fahrzeug – immerhin ein Porsche – können muss, und viel Innovation und Sich-trauen flossen in das Fahrzeug. Das ist der Spirit. Das kommt raus, wenn man einen Gegner ernst nimmt und ihn schlagen will.

Mit dem Porsche Taycan wird den Kunden und anderen Herstellern klar, dass Lutschen wie der Mercedes EQC, Audi e-tron oder Jaguar iPace, die als reine Compliance Cars entwickelt worden waren um den Flottenverbrauch zu senken, wo das Herz fehlt, das jeder der Herstellern am liebsten verstecken und nicht darüber reden würde, aber gezwungen ist es doch zu tun, völlig unakzeptabel sind. Und Diesel und Benziner sind es sowieso schon.

Mercedes, Audi, BMW und alle anderen können seit dieser Woche nicht mehr die Leute für blöd verkaufen und andeuten, dass ‚Elektromobilität eh nie kommen wird‚ und ‚die Kunden keine E-Autos kaufen wollen‚. Mit dem Porsche Taycan ist es ernst geworden. Porsche hat den (deutschen) Herstellern ein Auto vor den Latz geknallt, an dem jedes ihrer eigenen Autos gemessen werden wird. Wenn man schon Tesla nicht ernst nehmen wollte und jede Menge Ausflüchte fand, warum das nicht wichtig ist, ist mit dem Porsche Taycan hinfällig geworden. Ab sofort müssten die beste Köpfe in allen Unternehmen und ihre Entwicklungs- und Produktionsteam sich in die Hände spucken, die Ärmel aufkrempeln und eine rasante Aktivität erweisen, wie sie den Anstrengungen zur Mondlandung gleichkam. Sie haben nur den Funken einer Chance zu überleben, wenn sie sich jetzt den Arsch aufreißen und endlich keine Ausreden mehr finden, warum Elektromobilität nichts ist.

Wenn VW, Mercedes und BMW überleben und Elektromobilität in allen Wagen- und Preisklassen ankommen wird, dann ist das einzig und alleine dem Porsche Taycan zu verdanken. Und das ist die Bedeutung des Taycans für den deutschen Automobilbau. Und dafür ist Porsche zu danken und zu unterstützen.

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

2 Kommentare

  1. So ein Quatsch!! Tesla versucht seit mehr als 16 Jahren Autos zu bauen. Jeder weiss doch, dass sie auch heute noch meilenweit davon entfernt sind. Immerhin haben sie schon mal ein Zelt aufgestellt, damit die Produktion nicht unter freiem Himmel stattfinden muss. Ja, die Blechbüchsen muss man eben auch bauen können. Und man muss sie warten können – in Manila, Kapstadt und Mombasa – speziell wenn einem gerade die UNTERIRDISCHE Qualität des Model 3 um die Ohren fliegt. Aber sie können es nicht – weder können sie Autos bauen noch können sie ein Business Modell daraus machen.
    Schön aber, dass Du hier in Sachen Deutsche Industrie mal über Deinen Schatten gesprungen bist – hätte ich Dir gar nicht zugetraut. Der Taycan hat überhaupt keine Bedeutung! Es ist einfach das erste Elektroauto von VW – das erste von 50 in den kommenden Jahren von dieser Marke. Ja, Du hast Recht – der EQC ist kein tolles Elektroauto – ist das relevant? Nein – neimand kann heute mit Elektroautos Geld verdienen. Warum sollte man das Thema mehr als nötig puschen? Daimler kann Bi-Turbo V12 – das sind Kunstwerke, die nicht eine Firma auf dem amerikanischen Kontinent hinbekommt. Aber Capabilities matter! Die Amis können Software, aber kein Engineering. Fahr U-Bahn in New York, schau Dir die Energieversorgung von Chicago an, betrete den Flughafen von Dallas, schau Dir das Abwassersystem von Los Angeles an, fahr Bus in San Diego – aus Sicht eines Ingenieurs ist das alles grenzenlos peinlich. Die Amis sind immer gut in Effizienz. Deshalb haben sie auch vor einer Dekade noch Blattfedern in Ihre SUVs gebaut – Qualität ist nicht relevant. Für 55 MPH sind auch Blattfedern OK. Deshalb hat Tesla keine Chance – 10 Mrd. Schulden, Mitarbeiter, die nicht wissen, dass man eine Schraube rechts herum rein und links herum wieder rausdreht, und Wettbewerber in Serie, die Autos bauen können und die heute oder morgen oder in 2 Jahren 100+ Modelle von diesen Elektroschüsseln auf den Markt werfen werden und dafür sorgen werden, dass Tesla nicht mehr wachsen kann. Nur das genügt, um den Aktienkurs unter 50 USD zu bringen und die Firma damit platt zu machen. Es ist doch total egal ob Porsche oder Tesla oder wer auch immer von 0 auf 100 2,8 Sekunden braucht. Seit 4.9. gibt es zum ersten mal ein rein elektrisches Auto mit vernünftiger Qualität auf diesem Planeten und das kommt aus Stuttgart. Es werden viele weitere aus Stuttgart, Wolfsburg und München folgen – aus dem Silikon Valley kommt mit Sicherheit keins.

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