No Future für Faraday Future?

Die Turbulenzen um den chinesischen Elektrofahrzeugneuling Faraday Future reißen nicht ab. Nachdem der CEO und andere Top-Manager – einige davon waren sogar erst kürzlich hinzugestossen – das Unternehmen verlassen haben, wollen die Gerüchte um finanzielle Sorgen nicht enden. Nach der öffentlichen Enttäuschung bei der Vorstellung eines ersten Elektrofahrzeugs, das mehr einer Rennwagenstudie für die Formel 1 denn eines Serienautos entsprach, häufen sich die Anzeichen von Problemen.

Der Techblog Electrek listete die Änderungen bei Faraday Future auf, und ich habe hier eine ganze Reihe dieser Problembereiche bei Faraday Future noch ergänzt:

  • Marco Mattiacci, ehemaliger Präsident & CEO von Ferrari Nordamerika (von 2010 bis 2014), wurde als Global Chief Brand & Commercial Officer erst im Juni eingesstellt und verließ diese Woche Faraday Future.
  • Jörg Sommer, ehemaliger Senior Vice President Product Marketing & Strategy bei Volkswagen, wurde im September eingestellt um Produktmarketing und Markteinführung zu leiten; auch er verließ diese Woche das Unternehmen.
  • Auf der Vorstandsseite der Unternehmenswebsite wird auch kein CEO angeführt.
  • Der LeEco-Gründer und CEO Jia Yueting übernahm diese Woche de facto die Leitung von Faraday Future. Dabei berichtet Electrek, dass die Mitarbeiteransprache von Yueting alles andere als erbauend gewesen sein soll und mehr Zweifel an der Unternehmenszukunft hervorrief als ausräumte.
  • Ein Bericht von The Verge nach einem Besuch bei Faraday Future enthüllte, dass das Startup eigentlich zwei Unternehmen sind. Eines mit Sitz in Kalifornien, und eines mit Sitz auf dem Cayman Islands. Letzterem gehören alle Urheberrechte, was Investoren vor einem Einstieg in Faraday Future in Kalifornien abschreckt.
  • Aufgrund dessen erscheint es nicht verwunderlich, dass die Aufstellung von weiterem Risikokapital ins Stocken gering. Zwar gab Yueting das Startkapital von 300 Millionen Dollar, aber weiteres Risikokapital kam trotz Zusagen bislang nicht.
  • Und diese Probleme erklären auch die Aussagen von anonymen und ehemaligen Mitarbeitern, dass Zahlungen an Lieferanten in Verzug geraten sind.
  • Auch wurden scheinbar von Yueting Ressourcen von Faraday Future für die Entwicklung und Vorstellung eines Fahrzeugs für LeEco – dem LeSee – abgezogen, ohne dass Faraday Future dafür Geld sah und mit der eigenen Entwicklung in Verzug geriet.
  • LeEco wiederum hat seine eigenen finanziellen Probleme und hat sich finanziell übernommen.

Faraday Future versucht durch neue Teaser, die fast schon täglich kommen, und die Enthüllung eines Serienfahrzeugs auf der CES Anfang Jänner in Las Vegas von den sonstigen Problemen abzulenken. Die CES scheint der letzte Strohhalm zu sein, an den sich Faraday Future klammert.

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