Tesla beginnt massive Datensammlungsaktivitäten auf Kundenautos per Autopilot Hardware Kit 2

Der Techblog Electrek berichtet, dass Tesla offensichtlich begonnen hat von Fahrzeugen mit dem Autopilot Hardware Kit 2 Daten von allen Kameras und Sensoren abzugreifen. Vor einigen Wochen konnten Teslabesitzer beim letzten Update des Autopilot 2.0 zustimmen (oder ablehnen), dass Tesla Videodaten der Fahrzeuge hochladen darf.

“Wir arbeiten hart daran Selbstfahrsicherheitsfunktionen zu verbessern und autonomes Fahren für unsere Kunden so rasch als möglich Wirklichkeit werden zu lassen.

Um das zu schaffen benötigen wir kurze Videoaufzeichnungen von den externen Fahrzeugkameras um zu lernen wie Straßenmarkierungen, Straßenschilder und Ampelpositionen erkannt werden können. Je mehr wir von der Wagenflotte über Straßenzustände lernen können, desto besser wird die Selbstfahrfähigkeit Ihres Teslas werden.

Wir möchten ganz klar feststellen, dass diese kurzen Videos nicht mit Ihrer Fahrzeugnummer gelinkt werden. Um Ihren Datenschutz zu gewährleisten haben wir sicher gestellt, dass es keine Möglichkeit für die Suche nach Videoclips mit einem bestimmten gibt.“

Seitdem der Update am 7. Mai auf die Fahrzeuge hochgeladen worden war, begann ein signifikanter Anstieg der von den Fahrzeugen an Tesla gelieferten Daten. Teslabesitzer kutrod hat dieses nachfolgende Bild von hochgeladenen Datenvolumina gepostet. Innerhalb eines Monats wurden somit fast zwei Gigabyte an Daten von diesem Teslabesitzer herunter geladen. Bei 60.000 Teslas, die bisher mit diesem Hardware Kit 2 ausgestattet worden sind, wären das im Maximalfall somit knapp über 100 Terrabyte an Daten.

Dataupload.jpg

Dazu muss man verstehen, wie autonome Fahrzeuge operieren. Sie verwenden neuronale Netzwerke – auch vereinfacht gesagt als Systeme Künstlicher Intelligenz bekannt – die durch maschinenlernen versuchen aus den Sensordaten Sinn zu machen und Entscheidungen zu treffen. Da kein Programmierer alle möglichen Fahrszenarien vorhersagen kann, werden solche flexiblen Systeme mittels Randbedingungen und dann durch ausgiebiges Fahren in der Wirklichkeit und im Simulator geschult. Die Ergebnisse jedes Fahrzeugs werden dann gebündelt und mit jedem Fahrzeug in der Flotte geteilt. Je mehr Fahrzeuge auf der Straße sind, desto rascher kann die gesamte Flotte lernen und besser werden.

Hier sind Bilder wie ein Tesla mit den Kameras des Autopilot Hardware Kit 2 die Welt sieht.

Während die Google-Tochter Waymo bisher über 100 Autos auf den Straßen hat und Ende des Jahres 600 haben möchte, und auch GM 300 Stück auf den Straßen sehen will, greift Tesla auf alle seit dem 19. Oktober 2016 produzierten Fahrzeuge zu. Diese schätzungsweise 60.000 Autos sind mit dem Hardware Kit 2 ausgestattet. Damit lässt sich eine viel umfangreichere Datensammlung unter viel mehr Bedingungen rascher sammeln.

Für Ende des Jahres hat Elon Musk angekündigt, dass ein Tesla-Serienfahrzeug mit Hardware Kit 2 eine vollständig autonome Fahrt von Los Angeles nach New York unternehmen wird.

Einige Zeit später können wir dann erwarten, dass ein Update mit Level 4 autonomer Fahrfähigkeit auf alle Teslamodelle mit dem Autopilot Hardware Kit 2 aufgespielt werden wird und mit einem Schlag weltweit zwischen 100.000 und 150.000 Teslas autonom fahrfähig sein werden. Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Und das haben wir hier bereits mehrmals erwähnt.

Hier sind zum Abschluss noch detailliertere Fotos des Autopilot Hardware Kit 2.

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

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