Erste Erfahrungen mit Teslas Sicherheitspunktezahl

Samstag vergangener Woche eröffnete Tesla die Anmeldung für das Full Self Driving Beta-Programm, bei dem sich nun über die bisherigen 2.000 bis 3.000 Beta-Tester auf ihren eigenen Teslas bald weitere Kunden die FSD ausprobieren können. Die Anzahl der Anmeldungen überstieg offensichtlich die Erwartungen, und Elon Musk kündigte an, dass ab Freitag kommender Woche die ersten 1.000 weiteren Teslabesitzer Zugang zur FSD Beta in der Version 10.2 erhalten werden. Täglich sollen dann weitere 1.000 Teslabesitzer Zugang zur Software erhalten.

Um allerdings teil des FSD Beta-Programms zu werden müssen die Kunden zustimmen, ihre Tesla SicherheitspunktezahlBeta (Safety ScoreBeta) zugänglich zu machen. Dieser berechnet anhand von fünf Kriterien wie sicher ein Fahrer unterwegs ist. Die Punktezahl hat einen Maximalwert von 100 (sehr sicher) und Kunden mit diesem Wert sollen als erster Zugang zur FSD Beta erhalten.

Bislang beschränkt sich dieses Programm wie auch die Sicherheitspunktezahl auf Teslabesitzer in den USA. Das hält die Leute in anderen Ländern allerdings nicht davon ab, die FSD und die Sicherheitspunktezahl ausführlich und teils kontrovers zu diskutieren. Aus zweiter und dritter Hand werden dabei Erfahrungen berichtet und darüber spekuliert. Deshalb möchte ich, als jemand der in den USA lebt und sich auch für das FSD-Beta-Programm angemeldet hat, von meinen eigenen Erfahrungen berichten. Und die umfasst ja den Autopilot in der US-Version und jetzt den Safety Score. Zum Autopilot selbst werde ich nicht eingehen, weil ich über den schon in der Vergangenheit berichtet habe.

Sicherheitspunktezahl

Nach der Anfrage in meinem Model 3 zur Teilnahme am FSD-Beta-Programm musste ich zuerst mal die upgedatete Version der Tesla App herunterladen. Dort tauchte dann zwischen den Menüpunkten Upgrades und Service (und ja, obwohl ich in den USA lebe, verwende ich die deutschsprachige Einstellung sowohl in der App als auch im Auto) der neue Eintrag Sicherheitspunktezahl Beta auf.

Beim Klick auf diese wird der Safety Score sichtbar, wie auch gründe und rote Balken zu den fünf Kriterien, aus denen sich dieser Score zusammensetzt. Dabei kann ich die gesamte Bewertung und auch die Bewertungen der einzelnen Fahrten betrachten.

Beispiele meiner Sicherheitspunktezahl

Man erkennt rasch wie sich die einzelnen Faktoren auswirken, Tesla hat dazu sogar die Formel abgedruckt. Die Fahrdaten selbst werden im Auto gespeichert und dann nach Beendigung einer Fahrt sofort aktualisiert.

Auswirkung auf meinen Fahrstil

Da ich mit einer recht niedrigen Punktezahl von 76 startete, begann ich sofort mehr auf meinen eigenen Fahrstil zu achten. Statt sportlich abzubiegen oder knapper aufzufahren, fahre ich vorsichtiger, vorausschauender und definitiv weniger aggressiv. Das bedeutet auch, dass ich mehr Abstand halte, und das Bremsen dem Elektromotor überlasse. Einfach vom Beschleunigerpedal runter und ausrollen lassen. Damit schone ich die Bremsbeläge, lade Energie wieder in die Batterie zurück und halte auch mehr Abstand vor dem Vorderfahrzeug.

Hartes Bremsen ist damit nur in Notfällen notwendig, sollte ein anderer Verkehrsteilnehmer plötzlich in meine Spur wechseln. Das aber geschieht durch das vorsichtigere Fahren meinerseits aber weniger oft, weil ich eben vorausschauender und weniger aggressiv fahre und schon gar nicht rase. Gerade ein aggressiver Fahrstil fordert solche Situation heraus, dass ich häufiger hart bremsen oder ausweichen muss. Gezwungenermaßen halte ich damit mehr Abstand und fahre nicht zu knapp, womit es zu weniger Kollisionswarnungen und auch weniger harten Brems- und wilden Ausweichmanövern kommt.

SORRY NOT SORRY

Die Kunst, wie man sich nicht entschuldigt, ist ein hehres Gut. Politiker, Manager, Kirchenvertreter und viele andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens beherrschen diese Kunst in Perfektion. Korruption bei der Maskenbeschaffung? Nie passiert. Nicht genug Impfstoff? Tut uns leid, lässt sich aber nicht ändern. Milliarden mit der geplanten Autobahnmaut versenkt? Nicht meine Schuld. Was soll die ganze Aufregung?

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Mit anderen Worten: all diese Faktoren spielen zusammen. Der Erfolg ist auch sichtbar: die Punktezahl steigt. Was ich aber auch bemerke ist, dass es mir so vorkommt, als ob mit meiner steigenden Punktezahl die Faktoren auch strikter werden. Das heißt ich muss noch weniger aggressiv fahren um von den aktuellen 92 die 100 zu erreichen.

Verbesserungsmöglichkeiten

Ganz klar sind Verbesserungsmöglichkeiten im Score vorhanden, und der Zusatz Beta sagt ja schon, dass daran noch gearbeitet wird und mit Änderungen zu rechnen ist. So sind sicherlich vom Score die einzelnen Fälle beim harten Bremsen zu unterscheiden. Ein hartes Bremsen wegen zu knappen Auffahren ist anders zu bewerten, als ein hartes Bremsen, weil an einem geparkten Auto in einer engen Straße plötzlich die Tür geöffnet wird. Im letzteren Fall ist das tatsächlich ein sicheres Fahren. Auch wenn die Ampel von Grün auf Gelb schaltet ist weniger problematisch, weil in den USA die Gelbphasen relativ lange sind. Die Notwendigkeit hart Bremsen zu müssen ist somit relativ gering und ein vorgeschobenes Argument, das so kaum relevant ist.

Andere Faktoren könnten in Zukunft noch hinzukommen, die beispielsweise die Aufmerksamkeit des Fahrers durch die Innenkamera erlauben würde. Bekannt ist, dass diese bereits heute erkennt, wohin die Augen gerichtet sind.

Anzeige was die TeslaCam im Fahrzeuginneren erkennt

Auch könnte man sich vorstellen, dass die Unterschiede zwischen gefahrener und aktuell auf dem Straßenabschnitt gültiger Geschwindigkeit in den Score einfließen könnte, vielleicht abhängig von der Geschwindigkeit des umgebenden Fließverkehrs. Da Teslas auch die Ampeln und Verkehrsschilder erkennen können, könnte beispielsweise auch das Überfahren einer Kreuzung bei Rot oder eines Stoppschildes in den Score hinzukommen.

Quintessenz

Die Tesla Sicherheitspunktezahl Beta hat sicherlich zu einer für die Sicherheit positiven Änderungen meines Fahrstils geführt. Weniger sportlich, weniger an die Grenzen des Fahrzeugs gehend, minimiere ich nicht nur das Risiko in einen Unfall verwickelt zu werden und dabei andere oder mich in Gefahr zu bringen, diese fahrweise hat auch andere positive Auswirkungen. Nämlich auf meine Geldbörse: die Tesla Sicherheitspunktezahl Beta wird nämlich auch für die monatliche Prämienberechnung meiner Tesla-Versicherung herangezogen, und das weniger sportliche Anfahren und Bremsen reduziert auch den Verbrauch und die Wartungskosten für Bremsbeläge und Reifen.

Und all das sind konkrete erste Ergebnisse aus eigener Erfahrung mit der Tesla Sicherheitspunktezahl Beta.

FUTURE ANGST

Welche aktuellen Ängste prägen uns? Mit welchen Ängsten waren die Menschen in der Vergangenheit konfrontiert, als es die heutigen Technologien noch nicht gab? Warum mischen wir heute im Wettbewerb der Kulturen um neue Technologien nicht ganz vorne mit? Welche Maßnahmen müssen wir ergreifen, um neue Technologien nicht als etwas Beängstigendes und Feindseliges zu betrachten, sondern als ein Mittel zur Lösung der großen Probleme der Menschheit?

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Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

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